In der Stunde des Luchses

von Per Olov Enquist
Aus dem Schwedischen von Angelika Gundlac

Regie: Heidemarie Rohweder
Produktion: HR/Sachsenradio Leipzig 1991
Länge: 81'

Die Stunde des Luchses, das ist die 25. Stunde, die Zeit außerhalb der Zeit, in der Schreckliches und Wundersames gleichermaßen möglich ist. Ein Junge ist an einem einsamen Ort in Nordschweden bei seinem Großvater, einem pietistischen Prediger, aufgewachsen. Nach dessen Tod zieht es ihn zu dem Haus zurück, wo inzwischen ein Ehepaar wohnt. Als ihm der Zutritt verweigert wird, erschlägt er die Leute und setzt sie Arm in Arm in eine Schneewehe. Später zündet er das Haus an. Was sind die Beweggründe?

In einer psychiatrischen Anstalt versucht man, indem ihm die Pflege einer Katze übertragen wird, seine Persönlichkeit zum Positiven zu verändern. Der Katze, er nennt sie nach seinem Großvater Valle, gilt seine ganze Liebe. Als es erneut Schwierigkeiten mit dem Jungen gibt, will man ihm die Katze wegnehmen. Er versucht schließlich sich umzubringen. Die Versuchsleite- rin, ihr wissenschaftliches Instrumentarium hat vollkommen versagt, bittet eine befreundete Theologin um Hilfe. Gemeinsam versuchen sie, dem Jungen näher zu kommen: Die nächtliche Sitzung wird für alle drei zum Martyrium und stößt an Grenzfragen des Lebens und Glaubens.

Mit: Günter Schaupp, Anke Zillich und Doris Schade

Per Olov Enquist, geboren 1934 in dem schwedischen Dorf Hjoggböle, lebt heute in Stockholm. Er ist einer der wichtigsten schwedischen Autoren. 1975 debütierte er mit dem Theaterstück "Die Nacht der Tribaden", das in den folgenden Jahren in dreißig Sprachen übersetzt wurde. Sein bekannte- stes Werk im deutschen Sprachraum ist der historische Roman "Der Be- such des Leibarztes" (1999). Zuletzt erschien "Das Buch der Gleichnisse" (2013).