Ivan und die Hunde

von Hattie Naylor
Aus dem Englischen von Anna Opel

Regie: Reto Ott
Musik: Malte Preuss
Produktion: SRF 2012
Länge: 50'


Die Geschichte ist wahr. Und sie ist beängstigend und faszinierend zugleich. Ein kleiner Moskauer Straßenjunge findet Unterschlupf bei einem Hunderudel. Zusammen mit den Tieren überlebt er zwei strenge Winter. Und wird dabei selber immer mehr zu einem Hund. Es war die Amtszeit von Boris Jelzin, dem ersten Präsident des postsowjetischen Russland. Korruption und Kriminalität griffen um sich. Die Wirtschaft kollabierte und der Rubel brach zusammen. Einige wenige profitierten von der Situation: die heutigen Oligarchen. Für Millionen von Russen war sie jedoch gleichbedeutend mit Armut, Hunger, Obdachlosigkeit. Davon betroffen waren auch sehr viele Kinder.

Vor allem In Großstädten wie Moskau. Ivan Mishukov ist eines dieser Kinder. Mit vier Jahren verlässt er seine trinkende Mutter und den prügelnden Stiefvater. Auf der Straße trifft er andere Kinder, die Klebstoff schnüffeln und in Kellerlöchern hausen. Es mutet wie ein Wunder an, dass Ivan schließlich von einem Rudel von Straßenhunden adoptiert wird. Ihnen kann er vertrauen, und sie vertrauen ihm. Nach zwei Jahren wird das verwilderte Kind 1998 von der Miliz aufgegriffen und ins Heim gesteckt. Ivan Mishukov lebt heute in Moskau. Er gilt als resozialisiert.

Mit: Joel Basman als Ivan sowie den russischen Stimmen von Marija Tchorzevskaja, Alexander Suvorov, Dan Wiener, Maxim Naumov, Xenia Wiener, Nina Wiener, Christoph Schweizer, Dmitry Lvovich, Iakov Gurevich, Alexander Scholz

Hattie Naylor, geboren in London, aufgewachsen in Gloucestershire, schreibt vor allem für Bühne und Oper, auch Hörspiele für die BBC. Ihr Stück „Ivan und die Hunde" wurde im Oktober 2010 mit dem Tinniswood Award für das beste Originalhörspiel ausgezeichnet. In Deutschland erschienen zuvor u.a. die Hörspiele „Geschichten eines Verlusts" (1993) und "Mistral" (2000).