Jeanne oder Die Lerche

von Jean Anouilh
aus dem Französischen von Franz Geiger Wilhelm Semmelroth

Produktion: NWDR 1954
Länge: 101'

Jeanne dArc, das Bauernmädchen aus Domrémy, glaubte von überirdischen Stimmen beauftragt zu sein, das seit Herbst 1428 von den Engländern belagerte Orléans zu befreien und Karl VII. nach Reims zur Krönung zu führen. Es gelang ihr zwar die entscheidende Wendung im Krieg gegen die Engländer, aber in weiteren Schlachten war sie weniger erfolgreich und geriet schließlich bei Compiègne in die Gefangenschaft der Burgunder, die sie an die Engländer auslieferten. Karl VII. verhinderte nicht, dass ihr der Prozess gemacht wurde. Sie endete als Ketzerin und Zauberin auf dem Scheiterhaufen.

Jean Anouilh nimmt den Prozess in Rouen zum Anlass, die wichtigsten Stationen im Leben der Jungfrau von Orléans als ironisches Bilderbuch darzustellen. Jeanne sei für Frankreich "die kleine Lerche, die hell in Frankreichs Himmel singt ... diese beiden hellen Noten, dieses freudige und nutzlose Lied einer kleinen Lerche, die unbeweglich in der Sonne steht, während man vergeblich in die Luft schießt, das ist Frankreich".

Mit: Elisabeth Opitz, Werner Hinz, Bernhard Minetti, Werner Hessenland, Günther Heisig , Günter König, Manfred Heidmann, Moje Forbach, Liselotte Quilling, Marlene Riphahn, Ernst Hetting, Peter Probst, Arthur Mentz, Caspar Brüninghaus, Berni Clairmont, Alwin Joachim Meyer, Harry Grüneke, Frank Barufski

Jean Anouilh (1910-1987) begann in den 20er-Jahren für das Theater zu schreiben. Die meisten seiner Stücke vermitteln eine melancholische, skeptisch-resignative Haltung, zuweilen mit ironischen Tönen. Er selbst teilte seine Stücke in "pièces roses", "pièces noirs", "pièces brillantes" und "pièces grinçantes" ein zu letzteren, den "knirschenden Stücken", zählte er auch das 1953 in Paris uraufgeführte Schauspiel "Jeanne oder Die Lerche" ("Lalouette").