Jernigan

von Friedrich Bestenreiner und Erwin Koch
Regie: Ulrich Lampen
hr 1997
41'

Seit November 1994 existiert im Internet das „Visible Human Project“, der erste digitale Atlas eines Menschen, für jedermann aufzurufen unter http:/www.nlm.mih.gov. Bei seiner Ankündigung auf einem radiologischen Kongreß wurde das Projekt als Quantensprung der Anatomie gefeiert. In Zukunft sollte es möglich werden, chirurgische Eingriffe an diesem künstlichen Körper zu simulieren oder auch die Verträglichkeit radioaktiver Strahlung zu überprüfen. Nicht nur das, auch Videospiele seien denkbar oder Unterhaltungsfilme, die im Innern des menschlichen Körpers spielen. Was die wenigsten Beteiligten anfangs wußten, war, dass der menschliche Körper, der zu diesem Zweck tiefgefroren, in Gelatine eingegossen, in vier gleich lange Teile zersägt und anschließend in millimterdünne Schichten abgehobelt und potographiert wurde, Joseph Paul Jernigan gehörte. Jernigan war am 5. August 1993 wegen Mordes hingerichtet worden.

Mit Ralf Richter, Eleonore Zetzsche, Heinrich Giskes, Christiane Leuchtmann, Jochen Nix , Henning Schimke, George Smith, Anja und Jenny Frankenberg

Friedrich Bestenreiner, 1924 in Wien geboren, ist promovierter Physiker. Er arbeitete viele Jahre im Forschungsmanagement eines internationalen Industriekonzerns. Er hat eine Reihe von Büchern und zahlreiche Hörspiele verfaßt.
Erwin Koch, 1956 in Luzern geboren, ausgebildeter Jurist und Journalist, lebt in einem Dorf in der Zentralschweiz