Josaphat Peabody geht fischen

von Patrick Boman
aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe
Bearbeitung: Astrid Litfaß
Regie: Petra Feldhoff
Produktion: WDR 2005
54’

In Frankreich kennt man Josaphat Peabody bereits als - wie die „Dernières Nouvelles d’Alsace“ schreibt - „den niederträchtigsten Ermittler, der jemals in Szene gesetzt wurde“. Niedertracht gehört zwar nicht direkt zu den schönsten menschlichen Tugenden, dem schwergewichtigen Peabody (z.dt. Erbsenleib) gereicht diese Eigenschaft jedoch zum Ruhm - verhilft sie ihm doch, in Südindien, zur Blütezeit des englischen Kolonialismus, dem Mord an Anwalt Shantidas auf die Spur zu kommen. Ein Ritualmord, allem Anschein nach. Josaphat Peabody, der 250 Pfund-Mann, hat nichts gegen einen Ritualmord und seine undelikaten Begleitumstände, bringt er doch Schwung in das Fischernest Port Albert mit unerträglich schwüler Hitze und Myriaden von Moskitos. Ganz nebenbei geht ihm auch ein dubioser Steuereinnehmer ins Netz plus reizender, aber frustrierter Ehefrau, die ihre Zugeknöpftheit aufzugeben verspricht, sollte Josaphat ihren Gatten laufen lassen. Allerdings ist da noch die züchtige, zierliche Missionsschwester Mary. Versuchung über Versuchung - und wäre Josaphat Peabody nicht nur klug, sondern auch ohne Niedertracht, würde er ihnen erliegen. So aber erliegen ihm die Mörder.

Patrick Boman wurde 1948 in Stockholm geboren, ist in Frankreich aufgewachsen und lebt in Paris. Seine Reisen haben den Autor durch die ganze Welt geführt und ihm Stoffe für seine Romane geliefert. In Frankreich hat der Indien-Kenner bisher drei Peabody-Romane veröffentlicht.