Das Kalkwerk

von Thomas Bernhard

Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: DKultur/SWR 2001
Länge: 89'

Der Kalkwerksbesitzer Konrad arbeitet seit mehreren Jahren an einer Studie über das Gehör, "das philosophischste aller Sinnesorgane". Seine an den Rollstuhl gefesselte Frau wird zum Objekt seines Experiments, das Unhörbare zu hören, das Erkannte mitzuteilen. Die allein auf "Wörterverkehr" gestellte Kommunikation mündet in "exemplarische Wortlosigkeit". Das Paar lebt in einem schrecklichen Idyll, in dem der Alltag durch das Zwangsverhältnis unerträglich wird. Heiligabend erschießt Konrad seine verkrüppelte Frau. Zwei Tage später wird er verstört und halb erfroren in einer ausgetrockneten Jauchegrube gefunden.

"Wir sind von der Klarheit, aus welcher unsere Welt plötzlich ist, unsere Wissenschaftswelt, erschrocken; wir frieren in dieser Klarheit; aber wir haben diese Klarheit haben wollen, heraufbeschworen, wir dürfen uns also über die Kälte, die jetzt herrscht, nicht beklagen. Mit der Klarheit nimmt die Kälte zu. Diese Klarheit und diese Kälte werden von jetzt an herrschen." (Thomas Bernhard)

Mit: Ulrich Matthes

Thomas Bernhard (1931-89), österreichischer Autor. Romane, Theaterstücke, Lyrik. Werke u.a. Der Ignorant und der Wahnsinnige (1972), Wittgensteins Neffe (1982), Heldenplatz (1988). Auszeichnungen u.a. Georg-Büchner-Preis (1970), Adolf- Grimme-Preis (1972), Premio Mondello (1983).