Kein schöner Land

von Patrick Findeis

Regie: Kai Grehn
Produktion: SWR 2012
Länge: 60'

Der Geruch von kaltem Rauch und Bier - die Wahrheit über die deutsche Provinz: Rottensol ist ausgeblutet. Neben zwei Bauernhöfen gibt es nur den Schützenverein und die spärlich besuchte Wirtschaft »Gambrinus«, die von Angelika und Alfons, dem Flüchtling, geführt wird. Ihr Sohn Uwe träumt davon, dies alles hinter sich zu lassen; er ist Zimmerergeselle und geht auf die Walz, möchte bis nach Afrika. Aber ein vorgetäuschter Hilferuf der Mutter holt ihn frühzeitig zurück nach Rottensol, das nun noch unerträglicher ist: Olaf, der einzige Freund von früher, ist verschwunden, seit die Schlosserei seines Vaters in Flammen aufgegangen ist, und Uwes Jugendliebe Nicki lebt mit dem drogenabhängigen Mirko zusammen. Uwe verbringt nun seine Tage und Nächte mit Mirko in dessen baufälligem Haus - und flüchtet in eine Welt, in die ihm niemand folgen kann.

Patrick Findeis, geboren 1975 in Heidenheim an der Brenz, lebt als freier Autor in Berlin. Nach einer Ausbildung zum Zahntechniker und Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg studierte er Komparatistik, Psychologie und Kommunikationsforsch ung an der Universität Bonn. Find eis ist Absolvent des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. Für seinen Debütroman »Kein schöner Land« erhielt er 2008 den 3sat-Preis im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises. Für SWR2 arbeitet er seinen Roman zum Hörspiel um.

Ein beeindruckendes Debüt - Findeis' Sprache funktioniert wie ein Brennglas, das Bildern und Szenen eine schmerzhafte Klarheit verleiht (Die Zeit online).

Ein hoch musikalischer Gesang vom Ende einer Gemeinschaft. Ein Endspiel. Und für jeden Spielerfindet Findeis einen eigenen, sehr leisen, schönen Ton - einen neuen Volkston, der ungefähr so geschickt kompiliert ist, wie der von Zuccalmaglios vermeintlichem >Abendlied< von 1840, das Findeis zum Titel genommen hat. >Kein schöner Land< springt von einem zum anderen, auch über Zeiten, begleitet ihn aus nächster Nähe undfast zärtlich an den Rand des Abgrunds. Und ein ganzes Stück darüber hinweg. Elmar Krekeler, Literarische Welt