Kick-Back

von Herbert Beckmann

Regie: Mark Ginzier
Produktion: SWR 2014
Länge: 55'


Achtundzwanzig Grad, ein blauer Sommerhimmel und 67.000 Zuschauer im Stadion, ideale äußere Bedingungen für das vorletzte Testspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor Beginn der Weltmeisterschaft. Vor allem für einen Neuling im Team von Bundestrainer Ronald Bär geht es buchstäblich um die Wurst: Alex Steinbach von Mainz 04. Er kämpft um die einzige noch vakante Position: die des rechten Außenverteidigers. Und Steinbach kann sich durchsetzen, er kratzt die Kugel förmlich von der Torlinie. Wann zuletzt haben wir einen solch fulminanten Einstand eines Jungnationalspielers erlebt?

Dann wird Steinbach plötzlich von der Presse als "Sinto" identifiziert, im Stadion als "Zigeuner" beschimpft und bald darauf erschlagen. Der Täter ist ein brutaler Rassist - es gibt Drahtzieher im Hintergrund. Denn Alex Steinbachs völlig unerwarteter kometenhafter Aufstieg in die Nationalelf verhindert die Karriere eines weiteren Spielers, Markus Velten, zum international begehrten Topfußballer. Doch nicht er selbst, sondern sein Spielervermittler Oberländer und Bopp, Manager von Veltens Verein, stecken hinter dem Überfall. Mirko Breuer, ein rassistischer und bekanntermaßen gewalttätiger Fanaktivist, soll in ihrem Auftrag dafür sorgen, dass "der Zigeuner" für eine Weile "aus dem Spiel genommen" wird, so dass er wenigstens für die WM ausfällt. Doch die gewalttätige Aktion eskaliert, Breuer bringt Steinbach um. In der Folge wird der zunehmend unkontrollierbare Breuer zum Risiko für Oberländer und Bopp.

Herbert Beckmann, geboren 1960 im westfälischen Ahaus, lebt als Schriftsteller und Psychologe in Berlin. Er promovierte in Psychologie an der Freien Universität Berlin und veröffentlichte Sachbücher, Erzählungen und Radiogeschichten für Kinder und Erwachsene, Romane, Kriminalromane und Hörspiele.