Klare Verhältnisse

von Gesualdo Bufalino
Aus dem Italienischen von Hans Raimund
Bearbeitung: Franz-Maria Sonner
Regie: Martina Boette-Sonner
Produktion: BR 1997
Länge: 53'23

An Ferragosto wird der Verleger Medardo Aquila von einer herabstürzenden Büste erschlagen. Am Ort des Geschehens - der Villenanlage des Verlegers am Adriatischen Meer - halten sich eine Reihe von Gästen auf, die miteinander in teils offene, teils verdeckte Beziehungen verstrickt sind. Sie alle kommen als Mörder in Frage.

Der tote Aquila greift in das Geschehen ein: Sein Ende vorausahnend, hat er eine Reihe von Briefen hinterlassen, die den Mörder einkreisen sollen. Es scheint, dass er in diesem Blindschach dem Täter einen Zug voraus ist. Seinem Kalkül haben sich jedoch die Aktionen einer entscheidenden Figur entzogen. Es sind die Aktionen seiner Angestellten Esther Scamporrino alias Agatha Sotheby, die die Aufklärung immer energischer in die Hand nimmt.

Klare Verhältnisse ziehen ein. Möchte man meinen. Es bleiben aber verdächtige Brüche im Ablauf des Geschehens ungeklärt. Diese Rätsel gründen in der Person der Ich-Erzählerin: die Amateurdetektivin selbst schildert den Fall aus ihrer Perspektive. Was verbirgt sie? Wer ist sie wirklich? Es könnte einem schwindlig werden bei diesen mehrfachen Drehungen!

Gesualdo Bufalino, 1920 auf Sizilien geboren, begann erst 1981 zu veröffentlichen. Der Lateinlehrer aus Comiso wurde mit einem Schlag berühmt, gewann den ‚Campiello', den begehrtesten italienischen Literaturpreis. Bufalino starb 1996.