Klaus Barbie - Begegnung mit dem Bösen

von Peter F. Müller, Leonhard Koppelmann. Michael Müller

Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: WDR 2014
Länge: 162'

Ende des Zweiten Weltkriegs. Nazis versuchen, sich rein zu waschen und in vermeintlicher Harmlosigkeit weiterzuleben. Nicht so Klaus Barbie. Der Kriegsverbrecher setzt sein grausames Treiben fort. Nur für andere Machthaber.

1951 flüchtet der als „Schlächter von Lyon“ berüchtigte SS-Scherge Klaus Barbie mit Hilfe des amerikanischen Militärgeheimdienstes und des Vatikan über die so genannte „Rattenlinie“ nach Bolivien. Hier gelingt ihm eine erstaunliche Zweitkarriere: Seine Foltertechniken und seine Skrupellosigkeit in der Verfolgung von „Regimefeinden“ sind willkommene Entwicklungshilfe für die Diktatoren und Junta-Chefs in seinem südamerikanischen Exil. Versuche, ihn endlich vor ein Gericht zu stellen, u.a. eine Entführung mit Unterstützung durch Régis Debray und Serge Klarsfeld, scheitern. Erst 1983 gelingt es dem bolivianischen Journalisten und Politiker Gustavo Sánchez, den Nazischergen seiner Auslieferung nach Frankreich zuzuführen. Anhand von bisher unveröffentlichten Interviews und Selbstzeugnissen Barbies zeichnet das Dokudrama die Motivationen und Gedankenwelt dieses „überzeugten“ Massenmörders nach. Eine Begegnung mit den Abgründen des Bösen.