Klick

von Sergej Bolmat
aus dem Russischen von Margret Fieseler
Bearbeitung und Regie: Thomas Wolfertz
Produktion: WDR 2002
55'

Tjoma liebt Marina und Marina liebt Tjoma. Sie ist im neunten Monat schwanger und beide wollen heiraten. Doch nach einem Streit trennt sich das Paar. Durch einen bizarren Zufall gerät Marina an das Handy eines Auftragskillers und übernimmt gemeinsam mit ihrer Freundin Korea-Ho den ersten Auftrag. Dass sich das auserkorene Opfer in Marina verliebt, erleichtert den Mordauftrag keineswegs.
Vor der Kulisse St. Petersburgs der 90er Jahre nimmt eine stürmische Geschichte ihren Lauf. Russenmafia und Clubkultur, Kunstszene und New Economy, Drogen und Funktionärsbürokratie - der groteske Alltag der post-sozialistischen Ära. Handlungselemente des Trashkinos treffen auf literarische Sprechweisen. Alles in "Klick" scheint zufällig zu passieren, ist schrill und zauberhaft zugleich. Mit Selbstironie und Poesie erzählt Sergej Bolmat von der Identitätssuche junger Russen nach Glasnost und Perestroika. Ein Pulp-Krimi als exzentrische Liebesgeschichte.

Sergej Bolmat, geboren 1960 in Sankt Petersburg, studierte an der Staatlichen Hochschule für Kunst und Design. Er arbeitete u.a. als Zimmermann, Grafik-Designer, Layouter, Set-Designer beim Film und hatte als freiberuflicher Künstler zahlreiche Ausstellungen. "Klick" ist sein Debütroman, der für den russischen Booker- und weitere Literatur-Preise nominiert worden ist und bald auch in Frankreich und Italien erscheinen wird. Sergej Bolmat lebt seit 1998 in Köln.