Knochenarbeit

von Michael Koser
Regie: Werner Klein
BR 1998
50'51

Es war einmal eine Zeit, da gab es Privatdetektive. Harte Männer. Gerecht. Nie um eine Antwort und einen Ausweg verlegen. Aber jetzt gibt es nur noch einen: Jonas! Er ist der letzte seiner Zunft. Nicht so sehr hart. Auch nicht immer gerecht. Manchmal fallt ihm auch gar keine Antwort ein. Und den Ausweg muss er meist lange suchen...
April 2015. Jonas ist nicht in Babylon. Sondern auf Palmera. Der schönen Insel im Mittelmeer. Wo zahllose Senioren ihren Lebensabend verbringen. Dazu ist Jonas noch zu jung. Er soll arbeiten. Und zwar stehlen. Was? Knochen. Die Gebeine von Che Guevara. Dem berühmten Revolutionär aus dem 20. Jahrhundert. Nach Castros Tod sind sie verkauft worden. An eine Gräfin. Sehr alt. Sehr reich. Eine Sammlerin prominenter Reliquien. Sie hat schon Lenin. Und Evita. Sie lebt im Penthouse des Palmera Beach Tower Hotels. 250 Meter über dem Meer. Da stellt sie Che zur Schau. Das missfällt Jonas' Auftraggeber. Weil er mit Guevara verwandt ist. Jonas versteht das. Er ist der letzte Detektiv. Er hat was übrig für den letzten Revolutionär. Er übernimmt den Auftrag.
Damit hat er sich eine wahre Knochenarbeit eingehandelt. Immer wieder werden die Knochen gestohlen. Immer neue Gegenspieler treten auf. Skurrile. Und gefährliche. Jonas weiß nicht mehr, was wirklich gespielt wird. Aber er hat ja Sam. Seinen Computer. Geschwätzig. Gerissen. Und gemein.

Michael Koser, Jahrgang 1938, schreibt seit über 30 Jahren vor allem für das Radio und hat sich auf Kriminalhörspiel-Reihen konzentriert; es entstanden die Reihen "Die Denkmaschine" mit über 70 Abenteuern von Professor van Dusen und "Der letzte Detektiv" mit bislang 32 Folgen. 1973 erhielt er den Kurt-Magnus-Preis der ARD.