Konstellationen

von Nick Payne
Aus dem Englischen von Corinna Brocher

Regie: Iris Drögekamp
Komposition: Martin Bezzola
Produktion: SWR 2013
Länge: 72'

Marianne ist Quantenphysikerin, Roland Imker. Ihre Liebesgeschichte von der anfänglichen Leidenschaft über den ersten Seitensprung bis hin zum "Dass der Tod euch scheidet" könnte ein übliches Beziehungsdrama sein, würde nicht Mariannes Forschungsgebiet auf überraschende Weise die Handlungsentwicklung bestimmen: Angenommen, es gäbe eine unüberschaubare Anzahl von Paralleluniversen, die sich bei jeder gefällten Entscheidung weiter verzweigen, so würde auch unser Leben in unendlich vielen Varianten existieren.

Dieser Theorie folgend, entspinnt Payne viele mögliche Handlungsfäden statt eines linearen Strangs. Dasselbe Geschehen wird immer wieder anders erzählt, ein Wort zu viel - oder eines zu wenig - führt zu völlig verschiedenen Lebensverläufen. So kann es passieren, dass sich Marianne und Roland in einer Konstellation ihrer ersten Begegnung so unsympathisch sind, dass sie es nur zwei Minuten miteinander aushalten, in einer anderen bleiben sie für immer zusammen.

Es scheint, als müsste sich das Paar erst durch einige Universen hindurch, an verkorksten Anfängen und falschen Abzweigungen vorbeitasten, bis sie bei einer gemeinsamen Geschichte ankommen.

Mit: Mit Isabel Schosnig, Hans Löw

Nick Payne, geb. 1984, lebt in London, Theaterautor. Studium an der Central School of Speech and Drama in London und der Universität von York. Theaterstücke If There Is I Haven't Found It Yet (2009), Wanderlust (2010), The Same Deep Water As Me (2013).