Der lange Augenblick des Todes

von Hubert Wiedfeld
Regie: Hans Gerd Krogmann
Musik: Niels-Frédéric Hoffmann
Produktion: NDR/BR 1984
61 Min, 61 Min

Kortegast, ein ruhiger, besonnener und zuverlässiger Bankangestellter, Spezialist für Import-Akkreditive-Fernost, wird einziger Zeuge eines tödlichen Verkehrsunfalls mit Fahrerflucht: Ein Auto drückt einen Menschen an eine Hauswand und fährt schnell davon. Die polizeilichen Ermittlungen ergeben nichts, nicht einmal die Identität des Opfer: Ein Mann mittleren Alters mit ein paar nichtssagenden Dingen in der Manteltasche: Eine Wiegekarte, ein Schlüssel, ein Parkschein, ein Zeitungsausschnitt, eine Kino- und eine S-Bahnkarte. Weiter nichts. Kortegast will herausfinden, wer der Tote war. Er verlässt seine Frau und gibt seinen Arbeitsplatz auf. Er macht sich auf die Suche nach diesem verlorenen Leben. Und damit beginnt, ohne dass Kortegast es weiß, der lange Augenblick des Todes. Das Bild des an der Hauswand Zerquetschten, sein markerschütternder Schrei im Augenblick des Todes hat sich festgebissen in Kortegast. Wie eine Art Krankheit ergreift ihn der unwiderstehliche Drang, das Bild als Teil einer unbekannten Geschichte zu begreifen, über die er sich, koste es, was es wolle, Klarheit verschaffen muss.
War der tödliche Unfall nur ein Zufall oder ein geplantes Verbrechen?
Seine Ermittlungen führen zu keinem brauchbaren Ergebnis. Die Anhaltspunkte, die er hat, entpuppen sich als leere Signifikanten, Schiffsnamen, die offensichtlich geändert wurden, deren Anagramme zu anderen Namen führen, nur nicht zu einem Sinn; auch die Spuren, denen Kortegast folgt, führen zu keiner Lösung.
Er dreht sich im Kreis und wird doch scheinbar von unsichtbarer Hand geführt.

Mit Christoph Quest, Daniela Ziegler, Peter Roggisch u.v.a.

Hubert Wiedfeld, 1937 in Braunschweig geboren, schreibt seit über dreißig Jahren fast ausschließlich fürs Radio. Er hat zahlreiche Hörspiele veröffentlicht und ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden. Zuletzt produzierte der hr "Holiday".