Das Leben ist zum Kotzen

von Léo Malet
Übersetzung aus dem Französischen: Sarah Baumfelder und Thomas Mittelstädt
Musik: Henrik Albrecht
Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
SWR 2002
55 Min.

Eine "unheimliche Bande" hält die Presse in Atem: mehrere bewaffnete Überfälle, diverse Morde … Man spricht von der Rückkehr der Bonnot-Bande, die in Frankreich schon einmal Faszination und Schrecken verbreitet hatte. In einer halsbrecherischen Aktion wird Geld für die streikenden Bergarbeiter organisiert. Als dieser Coup vom anarchistischen Komitee als "individuelle Wiederaneignung" verurteilt wird, machen die Revolteure auf eigene Rechnung weiter. Auf sich selbst geworfen und in der Spirale von Illegalität und Kriminalität gefangen, trägt der Boden ihrer verzweifelten Gemeinschaft nicht. Neid entsteht, Einsamkeit, Verrat. Der Held, ein Desperado, hat ein Leben voller Fehlschläge und Frustrationen hinter sich und keine Perspektive vor sich. Seine Träume und Phantasien von Liebe sind kurze Illusionen. Einen Ausweg aus seinem Sklavenleben scheint ihm nur "das Böse" zu geben. Malet zeichnet innerhalb eines Action Krimis das psychologische Bild eines Menschen in düsterer Revolte gegen die Gesellschaft und gegen sich selbst.

Mit Oliver Stokowski, Jens Wawrczeck, Martina Gedeck, Chajim Königshofen, Frank Stöckle, Marius Marx, Tanja Schleiff u.a.

Léo Malet (1909-1996) begann seine Karriere als Chansonnier in Paris Mitte der 20er Jahre, verkehrte in surrealistischen Kreisen, etablierte sich erst in den 40er Jahren als Autor von Kriminalgeschichten. Nestor Burma, sein Held, in Anlehnung an amerikanische Modelle des Privatdetektivs geschaffen, geistert durch 15 seiner 61 Romane. In Frankreich wurde
er bald erfolgreich und mit verschiedenen Preisen dekoriert. Mehrere seiner Kriminalromane wurden verfilmt.