Das Mädchen aus Mailand

von Giorgio Scerbanenco
Hörspielbearbeitung: Alexander Schnitzler
Aus dem Italienischen von Christiane Rhein
Ton: André Lüer
Komposition: Mario Schneider
Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: MDR 2005
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Mailand, mitten im „Wirtschaftswunder“ der 60er Jahre. Weil er einer krebskranken Frau das Sterben ermöglicht hat, ist Duca Lamberti zu drei Jahren verurteilt worden und darf seinen Beruf als Arzt nicht mehr ausüben. Aus der Haft entlassen, nimmt er den Job an, den Kommissar Càrrua von der Mailänder Polizei, Chef und Freund seines Vaters, ihm vermittelt: Er soll den Sohn eines Industriellen, der vor einem Jahr scheinbar grundlos zu trinken begonnen hat, vom Alkohol wegbringen. Bald weiß Lamberti, dass sich Davide schuldig fühlt am Tod einer jungen Verkäuferin, die gegen Bezahlung mit ihm mitgegangen ist. Sie flehte ihn an, mit ihr wegzufahren, er lehnte ab – und am nächsten Tag war sie tot. Aber diese Alberta hat eine Rolle mit Filmnegativen in Davides Auto verloren, und nun, ein Jahr später, führen die Nacktaufnahmen Duca Lamberti auf die richtige Spur. Mit Hilfe von Albertas Freundin Livia macht er ein zweifelhaftes Fotostudio ausfindig, offenbar eine Anlaufstelle für den organisierten Mädchenhandel, gegen den Duca Lamberti sogar die schöne Livia Ussaro als Lockvogel einsetzt. Doch er hat die Skrupellosigkeit der ehrenwerten Gesellschaft unterschätzt…

Giorgio Scerbanenco wurde 1911 in Kiew als Sohn eines ukrainischen Offiziers und einer Italienerin geboren. Nach Ausbruch der Revolution floh er mit seiner Mutter nach Italien. Er versuchte sich in allen möglichen Jobs, bis er als Reporter zu arbeiten begann und seine schriftstellerische Begabung entdeckte. Von seinen sechzig Romanen machten ihn vor allem die vier Kriminalromane um Duca Lamberti berühmt. Giorgio Scerbanenco starb 1969.