Der Mann gegenüber

von Cornell Woolrich
Bearbeitung: Norbert Jochum
Regie: Alfred Behrens
Produktion: HR/SWF 1993
54'

Zwei Männer reden über einen Dritten. Der Dritte ist tot. Durch ihn haben die beiden sich kennen gelernt - dienstlich. Der eine ist Polizist, der andere Verdächtigter. Unter seinem Fenster wurde der Tote gefunden. Nicht der Tote sei das Problem, behauptet der Verdächtige, sondern, dass der Tote ein Mörder sei. Dem Polizisten reicht eigentlich schon der eine Tote; der, den er unten im Hof hat liegen sehen. Es gäbe noch eine Tote, behauptet der Verdächtige. Der Tote habe seine Frau ermordet. Nein, eine Leiche habe er nicht gesehen. Der Polizist fragt, der Verdächtige antwortet. Wie aber kann man erzählen, was man nicht gesehen hat?
Das Hörspiel „Der Mann gegenüber“ basiert auf Cornell Woolrichs Erzählung „Rear Window“, nach der auch Alfred Hitchcocks Film „Das Fenster zum Hof“ gedreht wurde.

Cornell Woolrich, 1903 in New York geboren, war einer der einflussreichsten Suspense-Autoren der dreißiger und vierziger Jahre. Nach einem abgebrochenen Journalismus-Studium an der Columbia University veröffentlichte Woolrich ab 1926 Romane und Kurzgeschichten, ab 1934 Krimis. Rund 25 Filme wurden nach seinen Stoffen gedreht: neben Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ z.B. „Die Braut trug schwarz“ und „Das Geheimnis der falschen Braut“ von François Truffaut oder „Das unheimliche Fenster“ von Ted Tetzlaff. Trotz seiner Erfolge starb er 1968 völlig mittellos in einem New Yorker Hotel.