Marlov ­ Rumänische Rhapsodie

von David Zane Mairowitz
Regie: Jörg Schlüter
Produktion: WDR 2008
54'

Yevgeny Marlov, von der sowjetischen Obrigkeit im Moskau der 50er-Jahre geduldeter, aber wenig geliebter Privatdetektiv, erhält einen Auftrag von Nikita Chruschtschow. In Bukarest, bei den „befreundeten sozialistischen Nachbarn“, muss ein seltsamer Banküberfall aufgeklärt werden. Fünf Männer und eine Frau haben einen Lieferwagen ausgeraubt, der 1,5 Millionen Lei zur ungarischen Zentralbank transportieren sollte. Marlov hat seine Zweifel, denn für den Raub werden sehr bald jüdische Intellektuelle verantwortlich gemacht. Nikita Chruschtschow wittert Gefahr – denn der spätere Diktator Ceausescu greift bereits nach der Macht.
Im dritten seiner Marlov-Krimis erinnert David Zane Mairowitz an eine wenig bekannte Episode aus der jüngeren Geschichte Rumäniens. Denn tatsächlich wurde 1959 in Bukarest ein Bankraub inszeniert und der sogenannten „Ionaid“-Bande untergeschoben – einer der umstrittensten politischen Fälle der kommunistischen Ära.

David Zane Mairowitz, 1943 in New York geboren, lebt seit 1966 in Europa als freier Schriftsteller, heute in Avignon und Berlin. Neben journalistischen Arbeiten entstehen Kurzgeschichten, Bühnenstücke und Hörspiele, für die er mehrere Preise erhielt, u. a. 1996 den Prix Ostankino in Moskau für „Planet aus Asche“ oder 1997 den Prix Italia für „Der wollüstige Tango“.