Das Meyerson-Syndrom

von Ingomar von Kieseritzky

Regie: Peter Michel Ladiges
Produktion: NDR/SDR 1978
Länge: 60'

Bei der Beschäftigung mit der Frage, was denn das Wesen der Krankheit sei, stößt Semper auf ein umfassendes medizinisches Werk, das der Systematisierung aller nur erdenklichen Krankheitssymptome gewidmet ist. Angeregt durch dieses Meyerson‘sche Handbuch, findet Semper heraus, dass auch er krank sei. Eine Reihe von Ärzten sucht ihn am Krankenbett auf und konfrontiert ihn mit den unterschiedlichsten Systemen ihrer jeweiligen medizinischen Schulen. Schließlich provoziert er sie mit der Behauptung, dass er kerngesund sei.

Hinter aller Komik des Handlungsablaufes verbirgt sich die Trauer eines Autors über die Verhinderung von Kommunikation zwischen Patient und Arzt durch ein Gesprächsverhalten, das die persönliche Partnerbeziehung negiert.

Mit: Matthias Ponnier, Regine Lamster, Josef Dahmen, Gisela Trowe, Herbert Mensching, Gert Haucke Horst Michael Neutze, Peter Striebeck

Ingomar von Kieseritzky, 1944 in Dresden geboren, lebt seit 1971 als freier Schriftsteller in Berlin. Verfasser von Romanen, Erzählungen und über 100 vielfach preisgekrönten Hörspielen, darunter "Compagnons und Concurrenten oder Die wahren Künste" (Hörspielpreis der Kriegsblinden, 1996). Literarische Auszeichnungen u. a.: Bremer Literaturpreis (1989) und Alfred-Döblin-Preis (1997).