Mörder

von Agnieszka Lessmann

Regie: Christine Nagel
Produktion: DLF/SWR 2011
Länge: 68'


Polen 1968 : Unter dem Druck einer antisemitischen Kampagne der regierenden Kommunistischen Partei müssen 20.000 Juden ihre Heimat verlassen, darunter auch Überlebende des Holocaust wie der Vater der kleinen Aga. Sie zieht mit ihren Eltern über Israel nach Deutschland in ein Haus der jüdischen Gemeinde, ein Haus voller nicht erzählter Geschichten. Aga zieht - so hat sie es aufgeschnappt - in das "Land der Mörder". Aber wo sind die Mörder? Der "Kommissar" Erik Ode, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr bei der Suche. Ein Hörspiel über das Schweigen und über die Neugier und Fantasie eines sechsjährigen Kindes, das die Bundesrepublik der Brandt-Ära aus dieser ganz eigenen Perspektive erlebt.

Ein Hörspiel frei nach tatsächlichen Ereignissen.

Aus der Jurybegründung zum Hörspiel des Monats Oktober 2011 : "Unter der Oberfläche einer linear erzählten, einfachen Geschichte entfaltet Lessmann eine ungeheure Spannung, die einem immer wieder bewusst macht, dass hier nichts ein Kinderspiel ist."

Mit: Dagmar Manzel, Bernhard Schütz, Marianne Rogée u. a.

Agnieszka Lessmann, geboren 1964 in Lodz/Polen, lebt als freie Autorin bei Köln. Der SWR produzierte 2004 ihr Hörspiel "Cobains Asche". Ihr Hörspiel "Mörder" (DLF/SWR 2011) war 2012 für den Hörspielpreis der Kriegsblinden und den Prix Europa nominiert. Das Hörspiel "Grüne Grenze" (SWR/DLR 2013) wurde von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert.