Mord am See

von Keigo Higashino
aus dem Japanischen
von Katja Busson
Bearbeitung: Stefan Ripplinger
Regie: Jörg Schlüter
Produktion: WDR 2004
54'

Art Director Shunsuke Namiki hält nicht viel von Familie. Seine Ehe mit der attraktiven Minako ist zerrüttet, mit deren Sohn Shota ist er nicht warm geworden. Deshalb fühlt er sich ziemlich deplaziert in einem Feriencamp am Himegami-See, wo Minako und drei befreundete Ehepaare ihre Kinder für die Aufnahmeprüfung an einer Eliteschule büffeln lassen. Doch als ihm seine Frau eröffnet, sie habe Eriko, seiner plötzlich im Camp aufgetauchten Geliebten, den Schädel eingeschlagen und alle anderen Ehepaare bereits eifrig damit beschäftigt sind, diese Bluttat zu vertuschen, gehört auch er zur großen Familie. Er hilft mit, die Leiche im See zu versenken und mit einer ausgeklügelten Strategie die Spuren zu verwischen. Zur Besinnung kommt er erst, als ihn die kranke Kimiko in dunklen Andeutungen auf ein Geheimnis stößt, das die am See Versammelten verbindet. Warum musste die schöne Eriko sterben? Ein tiefschwarzer Thriller über die Mentalität einer Leistungsgesellschaft, die für Erfolg und Ansehen alles zu geben bereit ist und keine moralischen Grenzen kennt.

Keigo Higashino, geboren 1958 in Osaka, gehört zu den erfolgreichsten jüngeren Krimi-Autoren in Japan. Nach Abschluss seines Studiums der Elektrotechnik arbeitete er für einen großen japanischen Elektrokonzern. Seit seinem Erstling „Hokago“ („Nach dem Unterricht“), für den er 1985 den Preis des Verbandes der japanischen Kriminalschriftsteller erhielt, ist er freiberuflicher Autor. Mehrere seiner Romane wurden verfilmt.