Mord im Negligé

von Marcy Kahan
aus dem Amerikanischen von Moshé Kahn
Regie: Michael Schlimgen
Produktion: WDR 2001
53'

Im Londoner „Globe Theatre“ sind zwei Schauspielerinnen auf mysteriöse Weise ermordet worden. Starwar? Liebesdrama? Aufbegehren eines unentdeckten Genies?
Fragen über Fragen, die sich diesmal aber kein Regenmantel umhüllter Kommissar stellt, sondern einer der bekanntesten Boulevard-Autoren: Noel Coward. Der berühmte Autor und Regisseur könnte selbst ein Motiv haben, hat er doch seine Liebe zu einem jungen Schauspieler entdeckt, der seinerseits einer der beiden ermordeten Diven zu Füßen lag. Eine heikle Situation, ganz allgemein, und im prüden Amerika Ende der dreißiger Jahre, in denen die Geschichte spielt, ganz besonders delikat. Es ist also in Noel Cowards ureigenstem Interesse, den Morden auf die Spur und dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Es gelingt - aber nicht ohne kräftigen Aderlass in Sachen Amouren.
Noel Coward, 1899 in den USA geboren, 1973 berühmt und wohlhabend auf Jamaika gestorben, zählt nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa und nicht zuletzt in Deutschland nach wie vor zu den meistgespielten Theaterautoren. Fast alle seine Stücke sind auch verfilmt worden, unter anderem von Ernst Lubitsch, der 1932 in den USA „Unter uns Vieren“ drehte. Auf diese Komödie, die als Theaterstück ein Jahr nach der Verfilmung in New York auf die Bühne kam, bezieht sich Marcy Kahans Hörspiel.

Marcy Kahan, in Montreal (Kanada) geboren, lehrt in Oxford englische Literatur. Der WDR produzierte zuletzt „Das Genauigkeitsprinzip oder Wer weiß wann“ (2000).