Radio Tatort: Mordlauf

von Christine Lehmann

Nina Brändle: Karoline Eichhorn
Xaver Finkbeiner: Ueli Jäggi

Komposition: Murat Parlak
Regie: Günter Maurer
Produktion: SWR 2008
Länge: 55 Minuten

"Morgen passiert was am Hermann-Hesse-Gymmi! Guckt in YouTube", ruft ein junger Grufti in einer Stuttgarter Polizeiwache. Und wirklich: Im Internetportal findet sich ein beunruhigendes Audio. Mit verzerrter Stimme wird eine anonyme Drohung ausgestoßen: "Am elften Juni sollt ihr brennen."

Die LKA-Profiler Xaver Finkbeiner und Nina Brändle haben genau 24 Stunden Zeit. Im Gymnasium fahnden sie nach dem potentiellen Amokläufer und stoßen auf den frustrierten Deutschlehrer Moser und seine 12. Klasse. Der Lehrer, der mit seinen schwierigen Schülern zu kämpfen hat, liest mit ihnen gerade Hesses „Klein und Wagner“. Die Erzählung basiert auf dem wahren Fall des Lehrers Ernst August Wagner, der Anfang des 20. Jahrhunderts seine Familie und 12 weitere Menschen ermordete. Besonders seinem Lieblingsschüler Boris, einem skurrilen Außenseiter, versucht Moser das Buch nahe zu bringen.

Den Durchbruch erzielen die Ermittler, als feststeht, dass das Audio den Massenmörder Wagner zitiert und aus dem Computerraum des HHG gepostet wurde – unter Boris’ Kennung. Kaum hat die Presse von der Amokdrohung erfahren, stiehlt Boris eine Waffe aus dem Tresor seines Vaters. Stuttgart lebt in Angst. Erst in letzter Sekunde kann das Dream-Team Finkbeiner/Brändle eine Katastrophe abwenden – scheinbar zumindest.

Christine Lehmann, geboren 1958 in Genf, wuchs auf in Stuttgart, wo sie heute lebt. Mit 16 beschloss sie, nie wieder was anderes zu lesen als die Krimis von Sir Arthur Conan Doyle, was mangels Menge leider scheiterte. Daraufhin entschied sie sich, Schriftstellerin zu werden. Seit 1989 beackert sie in der SWR-Nachrichtenredaktion die harten Fakten. Und seit Mitte der neunziger Jahre ermittelt ihre eigenwillige und gendermäßig oszillierende Krimiheldin Lisa Nerz in Stuttgart und Umgebung. Lehmanns sechster Krimi, „Allmachtsdackel“, stand zwei Monate lang auf der KrimiWelt-Bestenliste von arte und NDR. Nach „Himmelreich und Höllental“ (SWR 2008) ist „Mordlauf“ ihr zweiter Radio Tatort für den SWR.

Alle Radio Tatorte sind nach der Ausstrahlung noch eine Woche lang im Internet zu hören.
Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Radio-Tatort-Homepage der ARD.