Mord nach Muster

Kriminalfälle des Richters Di,
alten chinesischen Originalquellen entnommen
nach dem gleichnamigen Roman von Robert van Gulik
aus dem Englischen von Otto Wilck

Hörspielbearbeitung: Heiko Daniels
Regie: Götz Fritsch
Produktion: SWR 2011
55'/55'

China im 7. Jahrhundert: Richter Di ist eine historische Figur dieser Zeit. Er wirkte als Bezirksrichter in verschiedenen Distrikten des Reiches. Durch die Aufklärung schwieriger Kriminalfälle erwarb er sich den Ruf eines Meisterdetektivs und stieg vom Provinzialbeamten bis zum Staatsminister am kaiserlichen Hof auf. Als sagenhafte Gestalt in Theaterstücken und Erzählungen wurde er schließlich im chinesischen Volk populär. Ein scharfsinniger, gerechter, aber auch gütiger Richter, der das konfuzianische Beamtenideal verkörperte.

Richter Di ist nunmehr Präsident des obersten Gerichts. In der stickig-sommerlichen Hauptstadt ist die Pest ausgebrochen und wegen anhaltender Dürre gehen die Vorräte zur Neige. Straßenkehrer ziehen in ihren Pestgewändern vermummt durch die Gegend. Sie stehlen und plündern. Aufstände brechen aus, und alles wartet auf den reinigenden, erlösenden Regen. Der Kaiser hat die Stadt verlassen und Richter Di zum Notstandsgouverneur ernannt. Neben dem Kampf gegen die Pest und das Chaos ermittelt er in drei Mordfällen, die sich im Milieu dreier alter, privilegierter Familien ereignet haben. Weit in die Vergangenheit reichen die Konflikte und Beziehungen der drei Clans: Mei, Hu und Yi. Mei, Kaufmann und Wohltäter, stürzt in seinem Haus die Treppe hinab, ein Unfall, wie es zunächst scheint. Eindeutiger schon das Ableben des edlen Herrn Yi, der mit zerschmetterter Gesichtshälfte in seinem Anwesen gefunden wird. Die geduldige Indizienaufnahme des Richters und der Auftritt eines alten Puppenspielers mit seinen Zwillingstöchtern bringen allmählich Licht ins Dunkel.

Meis Ehefrau, eine ehemalige Kurtisane, die von Hu einst freigekauft wurde, sucht in maßlosem Lebenshunger den Ausgleich für das ihr zugefügte Leid. Sie verlässt Hu und heiratet den reicheren Mei. Allerdings unterhält sie viele Liebschaften. Der Mord an Yi entpuppt sich ebenfalls als Beziehungstat. Yi berauscht sich an perversen Spielen und der Folter seiner Sklavinnen. Nehmen diese nun Rache?

Mit

Robert van Gulik (1910-1967), geboren in den Niederlanden, war Diplomat im fernen Osten, Sprachwissenschaftler, Maler und Schriftsteller. Sein Richter Di gilt als das fernöstliche Pendant zu Sherlock Holmes. van Gulik starb 1967 in den Haag.