Mordspiel

von Holger Siemann
Regie: Christa Kowalski
Produktion: RBB 2004
54'

Ein ehemaliger Krimi-Autor will sich ganz der hohen Dichtkunst widmen. Doch dabei stören ihn seltsame Stimmen; zwei von ihm erfundene Figuren aus einem alten Kriminalhörspiel, die Kommissare Höppner (Ost) und Seidel (West), verlangen heftigst nach einem neuen Fall. Die Telefonseelsorgerin rät dem bedrängten Autor darauf einzugehen, um nicht Opfer solcher „autoriellen Rollenphobie“ zu werden. Wütend erfindet er einen besonders vertrackten Mordfall – in der Tiefgarage des Hotels Adlon liegt die Leiche von Gerhard Berger, genannt der Fitzgaraldo von Berlin, der seit Jahren die Deutsche Oper kaufen wollte. Verdächtig sind ein alter 68er, ein neureicher Bayer und ein ehemaliger Stasimann. Die Aufklärung des Falls verläuft allerdings schwierig, denn Höppner und Seidel verfolgen dabei ihre eigenen Interessen und pfuschen dem Autor kräftig ins dichterische Handwerk.

Holger Siemann, geboren 1962 in Leipzig, war zwischen 1989 und 1991 Schauspieler, danach jurastudent, Familienhelfer und Autor.