Morituri

von Yasmina Khadra
Übersetzung aus dem Französischen: Bernd Ziermann und Regina Keil-Sagawe
Hörspielbearbeitung: Karlheinz Koinegg
Regie: Frank Erich Hübner
WDR 2002
55'

Eine Tochter aus gutem Hause ist verschwunden, ausgerechnet in einem der zwielichtigsten Etablissements von ganz Algier wird sie zuletzt gesehen. Commissaire Brahim Llom wird mit dem Fall beauftragt – vom Vater persönlich, einem Ex-Politiker, der in den Zeiten des Einparteienstaates über erheblichen Einfluss verfügte. Schnell führt die Suche nach dem Mädchen zwischen die Fronten eines vom Bürgerkrieg zerrissenen Algerien, in dem das Militär, die alte Nomenklatura und islamistische Fundamentalisten um Macht und Einfluß kämpfen. Ein gefährliches Terrain für einen Polizisten, zumal wenn er, wie Commissaire Llob, in seiner Freizeit Bücher schreibt. In der Tradition des roman noir liefert „Morituri“ eine Beschreibung der trostlosen Zustände in Algerien, schildert die ausweglose politische Situation und den alltäglichen Terror, dem seit den annullierten Wahlen von 1992 auch viele Künstler, Musiker und Schriftsteller zum Opfer gefallen sind.

Mit Christian Brückner, Josef Tratnik, Philip Schepmann, Walter Gontermann, Volker Niederfahrenhorst, Gert Hauke, Heinrich Giskes u.v.a.

Yasmina Khadra ist das Pseudonym von Mohammed Moulessehoul. Unter diesem Decknamen veröffentlichte Moulessehoul als hoher Offizier der algerischen Armee insgesamt fünf Kriminalromane, die allesamt die Hintergründe des Bürgerkriegs in Algerien beleuchten. Mohammed Moulessehoul lebt heute als Schriftsteller mit seiner Familie in Paris im Exil.