Mutter Kneißl

von Fritz Meingast

Regie: Wolf Euba
Komposition: Georg Schwenk
Produktion: BR 1976
Länge: 98'

Um die Jahrhundertwende wurde in München der Räuber Mathias Kneißl enthauptet. Seine Mutter, eine handfeste Matrone der bayerischen Unterwelt, der einzige Mensch, auf den er am Ende seines Außenseiterlebens noch zählen konnte, kaufte den Behörden für 60 Mark seinen Leichnam ab, um ihn "anständig" beerdigen zu können. Zuvor hatte diese bayerische Mutter Courage im Gerichtssaal lautstark - und wie man heute weiß, zu Recht - den Vorwurf des Justizmords erhoben. Kneißl wurde vom Volk als Edelräuber angesehen, der sich nur an die Reichen hielt. In Wahrheit hat er aber auch die "Kleinen" nie sonderlich geschont. Die Ausbeute seiner Raubzüge war dabei recht gering. Ohne die Unterstützung durch seine Mutter, die ihn immer wieder mit Geld und Kleidung versorgte, hätte er gar nicht leben können. Bei der Gerichtsverhandlung stellte sich heraus, dass er - vorbestraft und wegen seiner italienischen Abstammung als "Katzelmacher" diskriminiert - keine Chance bekommen hatte, sein Geld auf ehrliche Weise zu verdienen.

Mit: Elfie Pertramer, Hans Brenner, Fritz Straßner, Joachim Wichmann, Rolf Castell, Robert Michal, Hans Baur, Franziska Stömmer, Lisa Kreuzer, Toni Berger, Josef Bierbichler u.a.

Fritz Meingast (1904-90), Schafzüchter, Schriftsteller. BR-Hörspiele u.a. 14. September 1944 - Am Tag der Kreuzerhöhung (1973), Der Fall Jägerstätter (1977), SS-Strafgefangener Nr. 2343/44 (1983).