Nach Hause

von Ljudmilla Rasumowskaja
Regie: Ulrich Lampen
SWF 1997
40 Min.

Sankt Petersburg in der Post-Perestroika-Zeit: Im Keller eines Abbruchhauses hat eine Gruppe obdachloser Jugendlicher Quartier bezogen. Mitten im Müll und Dreck hängen sie ihren Träumen von Weißbrot, Pelzjacken und marmornen Klobecken nach. Sie klauen für diese Träume, sie prügeln, gehen auf den Strich und töten sogar. Zu dieser Bande stößt Wenka, ein junger Novize, der das Kloster verlassen hat, um das Leid der Welt kennenzulernen. Er erlebt, wie alle ums Überleben kämpfen, ihre Ängste und ihre Sehnsüchte nach Geborgenheit kaschieren, wie sie sich quälen - und wie sie sich helfen. Nur Wenka kann dem Elend nicht entrinnen und grämt sich. Die Autorin zeichnet ein düsteres Bild entwurzelter Jugendlicher, die nur eine Gewissheit haben, daß sie "überflüssige Menschen" sind in einer kalten Welt, die keinerlei Halt bietet.

Mit Katharina Zapatka; Nele Woydt, Jan Neumann, Florian Fitz, Christoph Zapatka u. a.

Ljudmilla Rasumowskaja, geboren 1948 in Riga/Lettland, lebt als freie Autorin in St. Petersburg. Sie zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Dramatikerinnen Rußlands. Ihr bekanntestes Stück "Liebe, Jelena Sergejewna" wurde 1981 uraufgeführt. Seit 1989 spielt man ihre Stücke mit großem Erfolg auch auf deutschen Bühnen.