Nachruf auf einen Spion

von Eric Ambler
Aus dem Englischen von Peter Fischer
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
WDR 1992
55', 55', 55

Eric Amblers Spionagekrimis spielen häufig in Krisenregionen und -situationen. Die große Diplomatie bildet stets nur den Hintergrund seiner Romanhandlungen. Unbeteiligte Geschäftsreisende, Urlauber, Schriftsteller auf Reisen sehen sich ohne eigenes Zutun in internationale Verschwörungen verwickelt. Ahnungslos werden sie immer tiefer in Konflikte gezogen, die ihr Vorstellungsvermögen sprengen und sie zum Spielball konkurrierender Mächte werden lassen.

Nachruf auf einen Spion - die Originalausgabe erschien 1938 unter dem Titel Epitaph for a Spy – schildert Europa am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Im Sommer des Jahres 1937 versuchen die Gäste des Hotels „Reserve“ an der französischen Riviera, die drohende Gefahr zu ignorieren und einfach Urlaub zu machen. Joseph Vadassy, Lehrer für Ungarisch, fotografiert eine Eidechse und bringt den Film zum Entwickeln. Als er die fertigen Bilder abholen will, vertröstet ihn der Drogist und bittet um die Angabe seines Namens und seiner Adresse. Vor dem Laden wird er verhaftet. Der Grund: auf dem Film fanden sich neben den Eidechsenstudien Aufnahmen von geheimen militärischen Anlagen. Vadassy, der ohne Staatsangehörigkeit in Frankreich lebt, drohen Gefängnis und Deportation. Die Polizei ist aber geneigt, von einer Anklage abzusehen, falls er sich „erkenntlich und kooperativ“ erweist. Joseph Vassady wird zum Spion.

Mit Verena von Behr, Christoph Eichhorn, Eva Garg, Matthias Haase, Hans-Peter Hallwachs, Lambert Hamel, Gottfried John, Siegfried Kernen, Jürg Löw, Alf Marholm, Walter Renneisen u.a.

Eric Ambler (1909-1998). Geb. in London als Sohn umherziehender Schausteller. Bis Ende der 20er Jahre Komödiant in Music Halls. Maschinenbaustudium, Mitarbeit in Londoner Werbeagentur, später deren Direktor. Ab 1937 in Paris, um sich dem Schreiben zu widmen. Sechs Spionage-Romane in fünf Jahren, alle Genre-Klassiker. Recherchen in Fachbüchern, Landkarten und Nachschlagewerken, um die Glaubwürdigkeit seiner Geschichten zu untermauern. Nach dem Krieg Veröffentlichungen auch unter dem Pseudonym Eliot Reed. Von 1957 bis 1968 in Hollywood, anschließend bis Anfang der 90er Jahre in der Schweiz.
Zahlreiche Krimis u.a. The Dark Frontier (Der dunkle Grenzbezirk 1936), The Schirmer Inheritence (Schirmers Erbschaft 1953, als Hörspiel SDR 1957), The Care of Time (Mit der Zeit 1981).