Die nationale Nase

von Hannelore Hippe
Ton: Dietmar Hagen
Regie: Hans Rosenhauer
Produktion: MDR 1998
44'

Albert La Balle, Landarzt im Ruhestand, und Bernard Rumeaux, ehemals Vertreter französischer Winzerinteressen im internationalen Weinhandel, haben sich auf einer Weinverkostung kennengelernt und beschlossen, ihr geliebtes Vaterland auf ihm gemäße Weise zu feiern: mit einer Degustation, einer wahren »Probe aufs Exempel«. Denn Bernard ist für seine Nase und seine unbestechlichen Geschmacksnerven, die noch jeden Tropfen identifiziert haben, ebenso berühmt wie Albert für seine einzigartige Sammlung exquisiter Kräuterschnäpse und Liköre. Wird der Meisterdetektiv tatsächlich alle Schätze, die Alberts Keller zu bieten hat, entlarven? Wird er jedes Kräutlein, jedes geheimnisvolle Ingrediens herausschmecken können? – Es sieht ganz danach aus. Und nach jeder Probe scheinen sich die Männer mehr ins Herz geschlossen zu haben. Amüsiert verfolgt Bernard nebenbei Alberts eigenwillige Art von Länderkunde, deren Kern in der Idee besteht, dass man jeden Landsmann auf spezifisch nationale Weise foltern und in den Tod treiben kann. Schließlich hat er zahlreiche europäische Länder selbst kennengelernt. Allerdings nicht nur als Botschafter französischer Rebensäfte. Auch auf der jahrzehntelangen Flucht vor dem Ex-Mann seiner Frau, den sie zusammen mit ihrer kleinen Tochter sitzengelassen hatte. – Bald jedoch deutet sich an, daß ihr glückliches Zusammentreffen auf der Weinverkostung keineswegs so ganz und gar zufällig gewesen sein dürfte, wie es zunächst erschien. Denn jeder der beiden Männer weiß etwas über den anderen, wovon sein Gegenüber keine Ahnung zu haben scheint. Und Bernard weiß noch mehr. Zum Beispiel über Françoise, Alberts um viele Jahre jüngere Frau. Er weiß zum Beispiel, dass sie gar nicht seine Frau ist...

Mitwirkende:
Albert: Ulrich Pleitgen
Bernard: Ernst Jacobi
Françoise: Frauke Poolman

Hannelore Hippe, geboren in Frankfurt am Main, lebte lange Zeit in Großbritannien und Irland. Sie arbeitet als freie Autorin und Regisseurin und veröffentlichte zahlreiche Features, Hörspiele, Kurzgeschichten. Sie lebt in Köln und Norwegen. Jüngste Veröffentlichungen: »Der Friedhofsgärtner« (Kriminalroman 1997), »Die Hexe an der Wand« (Roman 1998). Ihr letztes Hörspiel war »Niedere Frequenzen« (DeutschlandRadio Berlin 1997). 1994 gewann Sie den Jugendhörspielpreis von »Terre des hommes«.