Niemand kommt hier lebend wieder raus

von Albrecht Kunze

Musik und Regie: der Autor
Redaktion: Leslie Rosin

Produktion: WDR 2011/ca. 53’

Als bei der Loveparade in Duisburg in der sich immer dichter zusammen-drückenden Menge 21 Menschen zu Tode kommen, ist es kein Zufall, dass dieses Unglück am Fuß der Treppe neben dem Tunnel geschieht. Denn diese Treppe ist einerseits das Versprechen, auf das Gelände zu kommen, um mit und inmitten der Menge den eigenen Körper tanzend zu überschreiten - und gleichzeitig die aussichtsreichste Chance, seinen Körper zu schützen und der Menge zu entweichen. Es geht um das, was nur das miteinander Tanzen verspricht, und um den Moment, wenn das Miteinander dieses Versprechen bricht. Wenn man mit- und ineinander feststeckt und nur noch Angst um sich selbst hat. Und es geht darum: dass man seinen Körper zwar sowieso niemals lebend verlässt, aber dies kein Grund ist, dass man das Leben oder das miteinander Tanzen sein lässt.

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Albrecht Kunze produziert Hör- und Soundstücke über Krieg und Entertainment, Tanzflächen und Krisengebiete, Grenzerfahrungen und -überschreitungen.