Ödipus-Mord-Mitte

von Stefan Heckmann
Musik: Hannes Zerbe
Regie: Peter Groeger
Produktion: ORB/SFB 1995

Berlin-Mitte. Im Deutschen Theater probt man die Tragödie vom
König Ödipus, der sich, in Schuld verstrickt, selbst blendet.
Aber wer hat Dieter Klever, dem jungen Chef einer
Zeitarbeits-Firma, die Augen ausgestochen?
Auf der Suche nach Klevers Mörder entdeckt das
Kriminalistenpaar Röver und Harke weitere Ähnlichkeiten
zwischen dem Schicksal des legendären Königs von Theben
und dem Opfer aus dem Berliner Rotlichtmilieu.

Dabei hält sich der Autor des Spiels an Brechts Worte über den
Kriminalroman: "Aber die handelnden Typen sind sehr grob
gezeichnet, die Motive der Handelnden sind massiv, die
Vorkommnisse plump, besonders die Verkettung ist so
unwahrscheinlich, es gibt viel zu viel Zufall darinnen, es herrscht
ein niederer Geist." Und wem sich beim Anhören dieser
Geschichte die Haare sträuben, dem gibt Stefan Heckmann zu
bedenken: "Die Wirklichkeit in dieser aufblühenden Stadt ist viel
haarsträubender!"