Oscar Wilde im Wilden Westen

von Walter Satterthwait
Aus dem Amerikanischen von Gunnar Kwisinski
Bearbeitung und Regie: Irene Schuck
Produktion: BR 2000
Länge: Teil I und II: ca. 54 Min.

Im Jahre 1882 hält die Kultur Einzug im Wilden Westen: der englische Dichter Oscar Wilde befindet sich auf einer Vortragsreise! Seine Vorliebe für gelbe Lackschuhe und geistreiche Aphorismen verblüfft sein Publikum und sorgt für Verwirrung bei Cowboys und Revolverhelden - der gefürchtete Doc Holliday ist einer von ihnen. Zusammen mit Wilde reisen sein schwarzer Diener, der Tourneemanager, ein Reporter aus New York, ein junger, schwuler Dichter, eine französische Comtesse auf Männersuche, und ihr Begleiter, ein deutscher Offizier a.D..
Und noch jemand scheint die Truppe zu begleiten: ein grausamer Serienkiller, der es auf rothaarige Prostituierte abgesehen hat. Als Wilde mit seinem Gefolge nach Denver kommt, sind dem Killer schon drei Frauen zum Opfer gefallen - alle in Städten, die der Dichter mit seinem Besuch beehrt hat. Oder ist vielleicht der junge Mann mit dem blasierten englischen Akzent selbst der Mörder? Auf diese Idee kommt Bundesmarshal Grigsby, als auch in Denver auf bestialische Art eine Prostituierte getötet wird. Von nun an verfolgt er die Truppe mit seinen Nachforschungen. Und der englische Dichter, der sich mittlerweile in ein amouröses Abenteuer mit einer verheirateten ortsansässigen Schönheit gestürzt hat, sieht nur eine Lösung, um den Verdächtigungen des Marshals zu entgehen: er muss sich selbst auf die Suche nach dem Mörder machen.
Marshal Grigsby, ehemaliger Texas Rancher und schwerer Alkoholiker, bemüht sich um die Aufklärung der Mordserie, und kommt dabei der Comtesse erstaunlich nahe, während Oscar Wilde und seine Begleiter die Theorie entwickeln, es könnte sich bei dem Mörder um eine schizophrene Persönlichkeit handeln, die ihre grauenhaften Verbrechen unbewusst verübt. Aber was ist eigentlich mit dem gefürchteten Revolverhelden Doc Holliday? Warum taucht er regelmäßig dort auf, wo der englische Dichter sich gerade aufhält? Als die Verbrechen schließlich aufgeklärt werden, findet sich dafür eine ebenso einfache wie originelle Erklärung.

Walter Satterthwait lebt und schreibt in New Mexiko, der Schweiz und Griechenland. Sein Roman "Miss Lizzie" wurde 1998 vom Bayerischen Rundfunk als Kriminalhörspiel produziert.