Palomares

von Krok & Petschinka

Regie: Petschinka
Komposition: Wolfgang Mitterer
Produktion: WDR 2012
Länge: 53'

17. Januar 1966. Ein kleines Dorf an der andalusischen Küste. Ein Strand, ein Friedhof, ein Kino. Im Hinterland: Gemüseplantagen. Die Männer des Dorfes sind in Deutschland. Sie füttern das Wirtschaftswunder mit ihrer Arbeitskraft. In der Luft ein leises Brummen. In 9000 Metern Höhe zwei Flugzeuge der Operation Chrome Dome. Eine B52 und ein Tankflugzeug. Die beiden Flugzeuge kollidieren, explodieren und stürzen aus dem Himmel direkt auf das kleine Dorf Palomares. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt. Dann kommen die vier Bomben runter. Zwei dieser Bomben explodieren. Es sind Wasserstoffbomben. Zum Glück kommt es zu keiner atomaren Kettenreaktion. Die Behälter, in denen sich das radioaktive Material befindet, werden bei diesen Explosionen zerfetzt - und Plutonium 239 verteilt sich in der Umgebung. Inmitten der brennenden Trümmer und inmitten des tödlichen Staubs erblickt Miguel Otero Hernandez das Licht der Welt. Und das Plutonium ergreift Besitz von ihm.

Petschinka ist Maler, Schriftsteller und Regisseur, lebt in Wien. Für seine Radioarbeiten erhielt er bedeutende Auszeichnungen wie den Hörspielpreis der Kriegsblinden, den Prix Europa und zweimal den Prix Italia.