Paul Temple und der Conrad-Fall

von Francis Durbridge
Übersetzung und Bearbeitung: Marianne de Barde u. John Lackland
Komposition: Joachim Faber
Regie: Willy Purucker
BR 1959
36', 41', 40', 36', 37', 40', 38', 36'

Der englische Kriminalschriftsteller Paul Temple ist mit seiner Frau Steve nach Garmisch gefahren, um Scotland Yard und die Bayerische Kriminalpolizei bei ihrer Suche nach Betty Conrad zu unterstützen; jener jungen Engländerin, die seit über einer Woche vermisst wird. Betty ist die Tochter eines bekannten Londoner Neurologen und lebte längere Zeit in Unterwies, einem exklusiven Pensionat nahe Garmisch. Angeblich war sie einer Einladung des Schriftstellers Elliot France auf das benachbarte Gut gefolgt. Seither fehlt von ihr jede Spur. Rätselhafte Hinweise geben ein Cocktailstäbchen und die Benachrichtigung eines Modegeschäftes, in der die Fertigstellung eines blauen Mantels angekündigt wird.

Mr. und Mrs. Temple müssen ihre Bemühungen, Betty Conrad zu finden, beinahe mit dem Leben bezahlen. Als sie mit dem Auto unterwegs sind, um Elliot France und der Gräfin Dekker einen Besuch abzustatten, versucht ein unbekannter Mann in einem weißen Sportwagen, sie an einen Brückenpfeiler zu drängen. Noch gelingt es nicht, den Täter, ja nicht einmal dessen Motiv zu ermitteln. Neue Personen treten auf, die mit Betty Conrad in Beziehung standen: der junge englische Bankbeamte Denys Harper, Elliot France, der eine frühere Begegnung mit Bettys Vater erwähnt, und nicht zuletzt Dr. Conrad selbst, der erst jetzt nach Bayern kommen kann, weil ihn seine verantwortungsvolle Tätigkeit als Nervenarzt so lange in England festhielt. Und wieder findet Paul Temple eines von diesen merkwürdigen Cocktailstäbchen.

Ein später Besuch bei June Jackson, Bettys Freundin im Pensionat in Unterwies, scheint Paul Temple auf eine Spur gebracht zu haben. Weniger durch das, was June sagte, mehr dadurch, wie sie aussah. Rätselhaft ist ein Anruf im Hotel Römer. Wer ist die weibliche Stimme mit amerikanischem Akzent, die für Mr. Temple eine Nachricht hinterlässt? Die Nachricht, er solle nach Innsbruck fahren und sich an die Adresse Damlstadl 37 wenden. Ist es June Jackson? Rätselhaft ist auch der Anruf in der folgenden Nacht und nicht weniger der am Morgen, den Mrs. Temple entgegen nimmt. Sie ist zunächst der Meinung, mit ihrem Mann zu sprechen, der sie bittet, nach Innsbruck zu kommen. Der Partner am anderen Ende der Leitung versteht es, Paul Temples Stimme täuschend ähnlich nachzuahmen, aber Steve erinnert sich an einen alten Trick, mit dem sie ihn zuletzt aus dem Konzept bringt. Den Ereignissen ist zu entnehmen, dass es sich im Fall Conrad offenbar nicht allein um das Verschwinden einer jungen Engländerin handelt, über deren Schicksal man noch immer nichts weiß.

Es sieht so aus, als sollte Paul Temple recht behalten, als er sagte, man würde Betty Conrad finden - tot, in einem blauen Mantel. Am nächsten Tag, es ist Freitag, der 18., bringt Inspektor Ollersberg von der Bayerischen Kriminalpolizei die Nachricht, man habe die Leiche eines Mädchens gefunden, deren Beschreibung ziemlich genau auf die junge Engländerin passt. Kurz darauf erreicht Mr. Temple, der sich noch immer mit seiner Frau in Garmisch aufhält, ein Anruf von Scotland Yard. Sir Graham Forbes teilt ihm mit, dass Betty Conrad lebt.

Mr. und Mrs. Temple machen am Abend vor ihrem Abflug zurück nach London noch einen Besuch im Hotel Römer. Frau Günther, die Besitzerin, hat sie dazu aufgefordert. Es wird arrangiert, dass Frau Günther Mr. Temple für einen Augenblick alleine sprechen kann. Sie ist sehr erregt. Es scheint, als ob sie mehr weiß, aber sie beschränkt sich auf Andeutungen. Sie will warnen. Vor allem vor einem Mann, der sich Captain Smith nennt. Am nächsten Tag, kurz vor dem Abflug der Maschine nach London, bringt die Stewardess einen Blumenstrauss mit Grüssen von Heinz Ollersberg, dem Kriminalinspektor aus München. Als das Flugzeug bereits gestartet ist, findet Mrs. Temple einen Zettel, der in dem Blumenstrauss versteckt war.

Mr. und Mrs. Temple sind eben erst in ihrer Londoner Wohnung angekommen, als sie ein Anruf der Gräfin Dekker erreicht, die ebenfalls nach England geflogen ist, um - wie sie sagt - eine wichtige Aussage zu machen. Ihre Stimme klingt sehr erregt. Paul Temple fährt am selben Abend noch in das Hotel, in dem die Gräfin abgestiegen ist, aber er kommt zu spät. Jemand hat versucht, sie zu ermorden. Schwer verletzt wird sie in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter ist entkommen. Ob dieser Captain Smith etwas damit zu tun hat, vor dem Paul Temple so eindringlich gewarnt wurde? Ein merkwürdiger Zufall will es, dass Mr. und Mrs. Temple kurz darauf seine Bekanntschaft machen.

Mit: Jürgen Arndt, Leo Bardischewski, Inge Brinkmann, Heidi Brühl, Rosemarie Fendel, Karl John, Fritz Straßner, Horst Tappert, Fritz Wilm Wallenborn, Adolf Ziegler, Ernst Ginsberg, Jürgen Goslar, Renate Grosser, Jochen Hauer, Eva Vaitl, Ellinor von Wallerstein, Ruth Konrad, Hans Cossy, Alexander Malachovsky, John Pauls-Harding, Inge Schulz, Wolfgang Büttner, Erik Jelde, u.a.

Francis Durbridge, geb. 24.11.1912 in Hull, Yorkshire. Durbridges erstes Buch 'Send for Paul Temple‘ war die Romanfassung (1938) eines Hörspiels, das er für die BBC geschrieben hatte. Von 1938 bis 1968 war Durbridge als Hörspielautor tätig. In den 60ern kreierte er neben Paul Temple einen weiteren Serienhelden, Tim Frazer. Durbridge publizierte 35 Romane, viele von ihnen basieren auf seinen Hörspielen oder Drehbüchern. Einige hatten Ko-Autoren, darunter John Thewes, Douglas Rutherford und Charles Hatten. Durbridge und Rutherford verwendeten das gemeinsame Pseudonym 'Paul Temple‘ (bei 'East of Algiers‘ und 'The Tyler Mystery‘) und gaben damit vor, gleichzeitig Helden und Autoren ihrer Romane zu sein.
Die Ausstrahlung seiner Fernsehkrimis 'Das Halstuch‘ (1962) und 'Das Messer‘ (1971) sorgten in der Bundesrepublik für Aufsehen und leere Straßen. Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte 'Das Halstuch‘, als der Kabarettist Wolfgang Neuss am Tag der Sendung des letzten Teils in einer Zeitungsanzeige den Mörder verriet. Durbridge starb 1998 im Alter von 85 Jahren.