Zeit im Dunkeln

von Henning Mankell
aus dem Schwedischen von Hansjörg Betschart

Regie: Alexander Schuhmacher
Produktion: NDR 2002
Länge: 56'

Die Tochter kommt verspätet von draußen von einem Einkauf. Der Vater überhäuft sie mit Vorwürfen und Informationen aus einem Zeitungsbericht über Leichen, die an der Küste Spaniens angeschwemmt wurden. Ihr Gespräch, der quälende Dialog zweier Menschen, die in fatale Abhängigkeiten verstrickt sind, enthüllt ihre Lage: Es sind Flüchtlinge, aus ungekanntem afrikanischen Land mit Fluchthelfern im Boot nach Europa geflohen, die einzigen Überlebenden der Fahrt, die auch das Leben der Mutter kostete. Wie sie nach Schweden kamen, erfahren wir nicht. Sie wollen nicht in dem Land bleiben, sondern weiter nach Kanada oder Australien. Sie warten auf ihre Pässe. Den Vater beschäftigt die Vergangenheit. Die Tochter interessiert die Zukunft. Er will wie immer das Sagen haben. Sie möchte sich aus seiner Umklammerung befreien. Ein düsteres Stück über Erfahrungen, die tausende Flüchtlinge täglich in Europa machen.

Mit: Peter Dirschauer und Sascha Icks

Henning Mankell, 1948 in Stockholm geboren, ist seit 1968 als Autor und Regisseur tätig. In den 90er Jahren entstanden die Wallander-Krimis, die ihn weltberühmt machten. Er veröffentlichte auch Bücher für Kinder und Theaterstücke. Seit 1996 ist er Leiter eines Theaters in Maputo, Mosambik.