Phallstricke

von Carl Djerassi
aus dem Amerikanischen von Ursula-Maria Mössner
Regie: Jörg Schlüter
Produktion WDR 2006
Min. 54

Die Kunsthistorikerin Dr. Regina Leitner-Opfermann leitet die Altertumsabteilung eines bedeutenden Museums in Wien und ist Autorin eines Buches über die römische Bronzestatue eines nackten Jünglings, die zu den wertvollsten Stücken der Sammlung gehört. Professor Rex Stolzfuss hingegen ist Chemiker und hat aufgrund einer sehr speziellen Analyse herausgefunden, dass es sich bei dem Wiener Exponat keineswegs um das Original, sondern um einen Guss aus der Renaissance handelt. Die beiden Herrschaften geraten sich in die Haare, nicht nur wissenschaftlich. Auf raffinierteste Weise versuchen sie, sich gegenseitig auszutricksen und vor allem die jeweilige wissenschaftliche Methode als unhaltbar und betrügerisch zu desavouieren. Doch alle Versuche laufen ins Leere, denn einzig eine winzige Abweichung eines nicht ganz unwichtigen Details (siehe Titel) gibt wahrhaft Aufschluss über Original und Duplikat.

Carl Djerassi, geboren 1923, revolutionierte mit 28 Jahren das Zusammenleben zwischen Mann und Frau: Er erfand die Pille. Der gebürtige Österreicher, der als Jugendlicher nach Amerika emigrieren musste, machte sich als Chemiker, aber auch als Kunstsammler (Paul Klee und andere) und Romanautor einen Namen. Seit einigen Jahren schreibt er auch Theaterstücke. Der WDR brachte von ihm zuletzt "Ego" (2004).