Das Phantom des Alexander Wolf

von Gaito Gasdanow

Regie: Oliver Sturm
Bearbeitung: Klaus Schmitz
Produktion: MDR/DLF 2013
Länge: 70'


Sehr jung noch, fast als Halbwüchsiger, ist der Mann, der uns seine an Geheimnissen und schicksalhaften Wendungen reiche Lebensgeschichte berichtet, in den Wirren des russischen Bürgerkriegs in eine Lage geraten, die ihm keine andere Wahl ließ, als seinen Gegenüber, der bereits auf ihn anlegte, niederzuschießen. Vergessen können hat er diese böse Stunde nie. Jahre später, im Pariser Exil, er schlägt sich mit Zeitungsartikeln durch, findet er jenen glühend heißen Tag, jenen unheilvollen Schusswechsel, in einem Buch beschrieben. Hat er den Mann damals also gar nicht getötet? Er versucht, den Autor namens Alexander Wolf zu treffen. Doch stattdessen begegnet er der rätselhaften Jelena und verliebt sich in sie. Eines Tages erzählt sie ihm von ihrem früheren Geliebten, der immer dachte, bald sterben zu müssen, weil er dem Tod schon einmal so knapp entronnen war. Wenig später kommt er nach Paris, um Jelena zu finden. Noch einmal stehen sich die beiden Männer gegenüber.

Gaito Gasdanow, geboren 1903 in St. Petersburg, gestorben 1971 in München, floh nach der Niederlage der Weißen aus Russland und kam auf Umwegen 1923 nach Paris. Ein Schriftsteller des „Russkij Montparnasse“, ging er nach der deutschen Besetzung in die Résistance. Seit den 50er Jahren Korrespondent und Redakteur im russischen Programm von „Radio Liberty“. Seine Bücher konnten erst von den 90er Jahren an in Russland erscheinen. Sein 1947 veröffentlichter Roman „Das Phantom des Alexander Wolf“ kam 2012 erstmals in deutscher Übersetzung heraus und ließ seinen Autor zu einer gefeierten Neuentdeckung werden