Plötzlich letzten Sommer

von Tennessee Williams

Regie: Friedhelm Ortmann
Komponist: Enno Dugend
Produktion: WDR 1969
Dauer: 90'00

Sebastian kommt von einer Sommerreise ins Ausland nicht wieder zurück. Auf mysteriöse Weise ist er ums Leben gekommen. Nur seine Cousine Catherine weiss Genaueres, flüchtet sich aber in neurotisch verstörtes Schweigen. Erst die Behandlung durch einen Psychiater bringt die schreckliche Wahrheit ans Licht. Wurzel des furchtbaren Schicksals des jungen Mannes ist die tyrannische absolute Liebe seiner Mutter, die keine andere Frau neben sich dulden wollte und nun auch die Folgen dieser inzestuösen Beziehung nicht wahrhaben will. Die Hauptfigur des Psychodramas mit seinen fast mythischen Folgen tritt nicht auf. Das leere Zentrum des Stückes wird von den beiden Frauen gefüllt mit ihren Projektionen, Verdrängungen und Neurosen. - und mit den Bruchstücken der Realität eines jungen, todes- und gewaltsüchtigen Mannes. Der Einakter "Plötzlich im letzten Sommer" wurde 1958 in New York uraufgeführt und schon ein gutes Jahr später in Essen und Heidelberg zur Deutschen Erstaufführung gebracht. Hollywood verfilmte den Stoff von Tennessee Williams mit Katherine Hepburn, und Elisabeth Taylor in den Hauptrollen. In der Hörspielfassung sprechen Brigitte Horney und Gertrud Kückelmann die beiden Frauen um Sebastian, den Psychiater spielt Helmuth Lohner.

Mitwirkende:
Brigitte Horney - Mrs. Venable
Helmuth Lohner - Dr. Cukrowicz
Ruth Pera - Miss Foxhill
Magda Hennings - Mrs. Holly
Johannes Großmann - George Holly
Gertrud Kückelmann - Catherine Holly
Elfriede Rückert - Schwester Felicity

Tennessee Williams, eigentl. Thomas Lanier Williams (26. März 1911, Columbus/Mississippi - 25. Februar 1983, New York City), besuchte oft und gern seine Großeltern in Tennessee und hatte den dortigen Akzent angenommen, was ihm an der Columbia University/Missouri, den Spitznamen "Tennessee" einbrachte. Er studierte Publizistik und Theaterwissenschaften, verdiente zwischendurch seinen Lebensunterhalt als Arbeiter in einer Schuhfabrik, Portier, Kellner, Drehbuchautor in Hollywood und siedelte schließlich nach New York über, wo er die Kurse von Erwin Piscator für junge Dramatiker besuchte. 1944 konnte er mit seinem Stück "Die Glasmenagerie" endlich seinen ersten durchschlagenden Erfolg als Bühnenautor feiern, der sich mit Stücken wie "Endstation Sehnsucht" (1947), "Die tätowierte Rose" (1950) oder das Südstaatendrama "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1955) fortsetzte.