Die Pranke der Natur (und wir Menschen)

Das Erdbeben von Japan, das die Welt bewegte, und das Zeichen von Tschernobyl
Von Alexander Kluge

Bearbeitung und Regie: Karl Bruckmaier
Komposition: Gustav, Ikue Mori, Alva Noto
Dramaturgie: Katarina Agathos, Herbert Kapfer

BR 2011 / 53'50 / 51'49

Aus der Begründung der Jury: »Hörspiel als Reflexion aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und Diskussionen, das gelingt vorbildhaft in Karl Bruckmaiers Bearbeitung von Texten Alexander Kluges in dem Stück ›Die Pranke der Natur (und wir Menschen)‹/ Das Erdbeben in Japan, das die Welt bewegte, und das Zeichen von Tschernobyl‹, das der Bayerische Rundfunk in zwei jeweils rund einstündigen Teilen ausstrahlte. Das Hörspiel beeindruckt durch seinen Formenreichtum – da hören wir die musikalische Performance von ›Gustav‹, die ironisch Mutationen beschwört oder im Hawaii-Stil ›ein mächtiges Beben‹ besingt, das nicht verhindert, dass sich auch danach alles regt und bewegt wie zuvor. Der Tsunami und die Atom katastrophe von Japan finden sich im Gang der Erd- und Menschheitsgeschichte wieder, denn kurz vor dem Desaster von Fukushima haben japanische Forscher herausgefunden, dass tausend Jahre zuvor eine ähnliche Welle für Verheerungen gesorgt haben muss: Diese Informationen löst das Hörspiel in einer Vielzahl von Sprechertexten und Dialogszenen auf. Und schließlich ist da noch der unnachahmliche Alexander Kluge selbst, der vom Glockenschlag der atomaren Explosionen spricht und von deren kosmischer Bedeutung; Kluge, ein Technologiekritiker auf der Höhe der Zeit, ein wacher Kommentator und origineller Historiograph, der in Karl Bruckmaier einmal mehr einen Kollaborateur gefunden hat, der seinen Gedanken Stimme und Töne verleiht.

Mit

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