Die Putzfrauen

von Volker Braun

Regie: Stefan Kanis
Produktion: MDR 2016
Länge: 45'

Im September 2013 wurden sie auf einen Schlag entlassen: 400 Putzfrauen des griechischen Finanzministeriums. Doch die Opfer der von den europäischen Gläubigerstaaten mit Nachdruck geforderten staatlichen Einsparungen - mit dem Reinigungsdienst sollten hinfort private Anbieter beauftragt werden - demonstrierten nicht nur unermüdlich mit Besen, Schrubber und roten Gummihandschuhen vor dem Finanzministerium, zumal wenn Vertreter der „Troika“ aus EU, Internationalem Währungsfond und Europäischer Zentralbank zu Verhandlungen erschienen. Sie zogen auch vor Gericht. Und errangen mit ihrer Wiedereinstellung einen triumphalen Erfolg, der sie zum Symbol des Widerstands „der Straße“ gegen die verordnete Austeritätspolitik werden ließ.

Für Volker Braun Stoff genug für ein plebejisches Satyrspiel zum Drama der Schuldenkrise, das dem politischen Prozess und seinen medialen Reflexen den spielerischen Widerstand antiker Hexameter entgegensetzt, um ihn in komödiantischer Übermalung „zur Kenntlichkeit zu entstellen“.

Mit: Thomas Thieme, Heid Kriegeskotte, Bernhard Schütz, Marina Frenk, Volker Braun

Volker Braun, geboren am 7. Mai 1939 in Dresden, arbeitete nach dem Abitur u.a. als Tagebaumaschinist. Er studierte Philosophie in Leipzig, 1965 holte ihn Helene Weigel an das Berliner Ensemble, wo sein erstes Stück "Die Kipper" inszeniert (und verboten) wurde. Später war er Mitarbeiter am Deutschen Theater und von 1979 bis 1990 am Berliner Ensemble. Er ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Büchner-Preis 2000. Volker Braun lebt als freier Schriftsteller in Berlin und veröffentlicht Theaterstücke, Lyrik, Prosa, Essays und Tagebücher. Die letzten Hörspielinszenierungen des MDR waren „Der berüchtigte Christian Sporn“ (2005) und „Das Mittagsmahl“ (2009).