Raskolnikoff

von Fjodor Dostojewski

Aus dem Russischen von E. K. Rahsin
Hörspielbearbeitung: Otto Bielen
Regie: Raoul Wolfgang Schnell
Produktion: WDR 1960
Länge: je ca. 95 Min.

Mit Siegfried Wischnewski, Klaus Kammer, Gustl Halenke u.v.a.

"Prestuplenie i Nakazanie" - dessen deutscher Titel etwas unscharf, aber eindrucksvoll "Schuld und Sühne" lautet, erschien 1866 in St. Petersburg als "Roman in sechs Teilen mit einem Epilog". Dostojewski, geprägt von seiner sibirischen Zuchthauszeit und den großen politischen wie intellektuellen Umwälzungen im zaristischen Russland, zeichnet das Schicksal des Studenten Raskolnikoff nach, dem seine moralischen Parameter und emotionalen Quellen abhanden gekommen sind. Raskolnikoff ist besessen von der Idee des "Nutzens", des "Fortschritts", des "großen Menschen" dem es - so meint er - erlaubt sei, "lebensunwertes Leben zu vernichten". Raskolnikoff wird zum Mörder und finanziert mit dem geraubten Geld der getöteten alten Wucherin sein Studium. Durch die Liebe zu Sonja glaubt er sich für kurze Zeit mit sich versöhnt, weiß aber auch, dass er nur durch Geständnis und Strafe den Weg aus seinen Gewissensqualen finden kann. Erst dann ist die "Krankheit zum Tode" überwunden.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) stellte in seinen Romanen existentielle Fragen nach Mensch und Gott sowie Gut und Böse und stieß dabei in unerschlossene seelische Tiefen vor.