Der Rattenkönig- Im Sinne der Familie

von Michael Dibdin
Aus dem Englischen von Ellen Schlootz
Bearbeitung: Sibylle Bolik
Regie: Thomas Werner
WDR 1995
55', 55'

Aurelio Zen wird von Rom nach Perugia geschickt, um die Aufklärung eines Entführungsfalls zu übernehmen. Aber nur, weil sonst keiner abkömmlich ist. Denn seit Jahren sitzt er in der Polizeiverwaltung. Bei der Entführung des Politikers Moro hatte er in politisch unerwünschte Richtung ermittelt und wurde strafversetzt, weil er sich einmal mehr als unbestechlich erwiesen hatte. Seit fünf Monaten ist Ruggiero Miletti, das Oberhaupt eines der mächtigsten Clans Italiens, verschwunden. Ein heikler Fall, denn die Familie ist nicht zur Kooperation mit den Behörden bereit. Nach einer ersten Lösegeldzahlung fordern die Entführer noch einmal zehn Milliarden Lire. Kurz nach Zens Ankunft wird ein Unterhändler der Familie erschossen. Und der Untersuchungsrichter ist sogar davon überzeugt, dass die Familie selbst die Entführung inszeniert hat, um die Firma aus Geldschwierigkeiten herauszulavieren...

"Wir haben es mit keinem Wesen, sondern mit den Verhältnissen zu tun, damit, dass einer für die anderen gekreuzigt wird. Der schreit dann wie verrückt, beißt, spuckt, schlägt um sich, doch irgendwie überlebt er und gedeiht sogar auf abscheuliche Weise. Das macht die Verschwörung so bedrohlich. Der Rattenkönig reguliert sich selbst. Er reagiert automatisch und effektiv auf jede Bedrohung. Die Stärke der einzelnen ist die Stärke von allen." (Michael Dibdin)
Mit Justus Fritzsche, Georg B. Lenzen, Alf Marholm, Felix von Manteuffel, Aljoscha Sebald u.a.
Kurzinfo
Michael Dibdin, geb. 1947, aufgewachsen in Nordirland. Lehrer und Englisch-Dozent an der Universität von Perugia. Mit Ratking (in der deutschen Übersetzung Entführung auf Italienisch), dem ersten seiner Romane mit dem italienischen Kommissar Aurelio Zen, schaffte Michael Dibdin 1987 in England den Durchbruch als anerkannter Krimiautor. Weitere Buchveröffentlichungen in deutscher Übersetzung u.a.: 'Vendetta' (2000), 'Roter Marmor' (2003), 'Im Zeichen der Medusa' (2004).