Reise ans Ende der Nacht

Jetzt ist Krieg!

von Louis-Ferdinand Céline
Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel

Regie: Ulrich Lampen
Komposition: zeitblom
Bearbeitung: Michael Farin
Produktion: BR 2008
Länge: ca. 88', 84', 84'

Teil 1: Jetzt ist Krieg!
Medizinstudent Ferdinand Bardamu meldet sich freiwillig zum Kriegseinsatz. An der Front überkommen ihn Zweifel: »Sollte ich denn der einzige Feigling auf Erden sein? (...) Verloren inmitten von zwei Millionen heldenmütigen, entfesselten, bis an die Zähne bewaffneten Verrückten!« Er wird verwundet und nach Paris verlegt. Es folgt die Einweisung in eine Nervenklinik, in der ihm sein verlorengegangener Patriotismus mit neuesten wissenschaftlichen Methoden eingebläut wird. Wie sein Romanheld Bardamu ist der junge Destouches, später Céline, ein Freiwilliger. 1914 wird ihm für seinen kühnen Einsatz, bei dem er schwer verwundet wird, die Médaille militaire verliehen. Mit Ängsten belastet, bleibt Céline dienstuntauglich.

Teil 2: Vom Ruhm der Kolonien!
"Ich selber wollte einfach nur weg. Aber wenn man nicht reich ist, muss man immer nützlich wirken".

Ferdinand Bardamu besteigt ein Schiff nach Afrika und findet Arbeit in einer Handelsniederlassung. Bald machen ihm Malaria und Regenzeit zu schaffen. Er brennt die Faktorei nieder und macht sich schwer krank auf den Weg durch den Dschungel. Wieder bei Sinnen, befindet er sich auf einer Sklavengaleere nach New York.

Teil 3: Reise ans Ende der Nacht!
Während seines Aufenthalts in Amerika arbeitet Ferdinand Bardamu in Detroit am Fließband bei Ford, seine Freizeit verbringt er mit nächtlichen Straßenbahnfahrten, im Bordell oder im Kino. Er entschließt sich, nach Frankreich zurückzukehren, um sein Medizinstudium abzuschließen. Mit dem Examen in der Tasche lässt er sich als Armenarzt in einem Vorort von Paris nieder. Doch auch hier hält er es nicht lange aus. "Unser Leben ist eine Reise durch den Winter und die Nacht. Wir suchen, was den Weg uns weise, am Himmel, wo kein Stern uns lacht."

Mit: Felix von Manteuffel, Florian von Manteuffel, Jens Harzer, Stephan Bißmeier, Marina Galic, Peter Fricke, Laura Maire u.a.

Louis-Ferdinand Destouches, genannt Céline (1894-1961), französischer Schriftsteller und Arzt, dessen Erstlingswerk (1932) u.a. wegen der revolutionären Prosasprache bewundert wird. Spätere Werke Célines sind von wirrem Antikommunismus und bösartigem Antisemitismus durchsetzt.