Requiem für eine Nonne

von William Faulkner
Aus dem Amerikanischen von Willy H. Thiem

Regie: Leopold Lindtberg
Bearbeitung: Willy H. Thiem
Produktion: HR 1955
Länge: 87'

"The past is not dead, it is not even past". "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen." Das schwarze Kindermädchen Nancy Mannigoe, eine ehemalige Prostituierte, tötet das Kind ihrer weißen Herrin Temple Stevens. Dafür wird sie zum Tode verurteilt.

In Rückblenden wird die Vorgeschichte der Tat aufgerollt. Die wirkliche Schuldige ist nicht Nancy, sondern die Mutter des Kindes, Temple. Nancy beging die Tat, um ihre Herrin davor zurückzuhalten, der Sünde und der Faszination des Bösen zu verfallen.

Mit "Requiem für eine Nonne" schließt Faulkner an seinen bereits 25 Jahre zuvor erschienenen Roman "Sanctuary" (Freistatt) an, der zu den zentralen Werken seiner "Südstaaten Sage" gehört. Das Hauptthema auch hier, neben der Schilderung der schwülen Dekadenz des amerikanischen Südens, die Frage nach der Möglichkeit, "das Böse" in unserer Welt zu überwinden. Leopold Lindtberg, der Regisseur der Züricher Uraufführung, inszenierte mit derselben Besetzung auch die Hörspielfassung des Dramas.

Mit: Peter Lühr, Heidemarie Hatheyer, Carl Kuhlmann, Gisela Mattishent, Paul Bühlmann, Alfons Höckmann, Hans Krassnitzer, Erwin Parker und Sigfrit Steiner

William Faulkner, am 25.9.1897 in New Albany (Mississippi) geboren, entstammt einer im amerikanischen Bürgerkrieg verarmten aristokratischen Südstaatenfamilie. Im Ersten Weltkrieg wird er als Flieger schwer verwundet. Er veröffentlicht 1926 seinen ersten Roman "Soldiers' Pay" (Soldatenlohn). Er lebt von nun an in dem Provinzstädtchen Oxford (Missouri), wo seine bedeutendsten Romane und Erzählungen entstehen, ein "Sittengemälde" des amerikanischen Südens. "The Sound and the Fury" (dt. Schall und Wahn; 1929) gilt als sein bedeutendstes Werk. 1950 erhält er den Nobelpreis, am 6. Juli 1962 in Byhalia (Mississippi) gestorben.