Rondo Mortale

von Herbert Rosendorfer
Regie: Otto Kurth
Mit Grit Böttcher, Herbert Bötticher, Alf Tamin, Wolfgang Wahl, Karl Lieffen, Ulf-Jürgen Wagner, Gudrun Vaupel, Jaspar von Oertzen, Wolfgang Gropper, Monika Strauch
Produktion BR 1975
Länge: 57’10

Ein Mann, von einer Reise heimgekehrt, entdeckt zu seinem Ärger, dass er ein Buch im Speisewagen liegen gelassen hat. Einen spannenden Kriminalroman vom Wühltisch eines Antiquariats. Die Lektüre wurde an ihrer aufregendsten Stelle unterbrochen, da der Mann durch die Ankunft des Zuges überrascht wurde und deswegen übereilt aussteigen musste. Der Mann erinnert sich aber weder an Titel, noch an Verlag und Autor, deswegen ist das Buch nicht wieder zu beschaffen. Die vielen möglichen Fortsetzungen der Handlung beschäftigen und quälen ihn. Aber nicht nur ihn – nach und nach auch seine Freunde und vor allem seine Frau Stefanie, mit der er sich immer neue, immer verwickeltere Versionen des Roman-Endes ausdenkt. Schließlich kann er Phantasie und Wirklichkeit nicht mehr trennen. Er identifiziert seine Frau mit der Heldin des Romans und zwangsläufig auch mit deren ehelichen Fehltritten. Und plötzlich bekommt jedes harmlose Wort von ihr eine merkwürdige Doppeldeutigkeit.

Herbert Rosendorfer, geb. 1934 in Südtirol, Jurist und Schriftsteller. Romane u.a. Briefe in die chinesische Vergangenheit und Die Große Umwendung, beide auch als Hörbuch erschienen. Div. Auszeichnungen, u.a. Tukan-Preis, Deutscher Fantasypreis, Literaturpreis der Stadt München. Träger u.a. des Bundesverdienstkreuzes und des bayerischen Verdienstordens.