Die Rothaarige

nach dem Roman von James Ellroy
aus dem Amerikanischen von Tina Hohl und Heinrich Anders

Hörspielbearbeitung in zwei Teilen und Regie | Leonard Koppelmann
Produktion: NDR/SWR 1998
Länge: Teil 1 54:29, Teil 2 53:14

Als James Ellroy zehn Jahre alt war, wurde seine 42jährige Mutter, eine
attraktive, rothaarige Frau, vergewaltigt und ermordet. Die nie aufgeklärte Tat
bestimmte den Lebensweg des Heranwachsenden und des Mannes.
Kleinkriminell und drogensüchtig geworden, beschloß er 1977, sein Leben
zu ändern und "der größte Krimiautor, der je gelebt hat" zu werden. Dieses
Ziel hat er, folgt man einigen Kritikern, beinahe erreicht. Doch das Trauma
der Kindheit, auf das er in seinen Romanen anspielt, blieb unbewältigt. 35
Jahre nach dem Tod seiner Mutter beschließt der Autor, sich dem
Geschehenen zu stellen und den Mörder "der Rothaarigen" zu suchen. Er
sichtet Beweise, befragt Zeugen, erforscht Schauplätze, benutzt die
Massenmedien und engagiert einen pensionierten Kriminalbeamten zu
seiner Unterstützung.

Mit | Christian Redl, Philipp Hirschfeld, Andreas von der Meden, Sabine
Falkenberg, Friedrich W. Bauschulte, Christian Berkel u.a.

James Ellroy | geboren 1948 in Los Angeles, wurde mit dem Roman "Die
schwarze Dahlie" weltberühmt.
Im ersten Teil steht James Ellroys Mutter Geneva Hilliker im Zentrum der
Recherchen. Der zweite Teil beschreibt den Jugendlichen James Ellroy, der
durch das Leben bei seinem Vater jeglichen Halt verloren hatte und
"abzustürzen" drohte. In radikaler Weise stellt James Ellroy Fragen nach
dem wahren Leben seiner Mutter. Das Ergebnis dieser besessenen
"Fahndung" ist der Versuch, sich über die eigenen Obsessionen klar zu
werden. Zugleich ist "Die Rothaarige" ein genresprengendes Dokument über
das Alltagsleben und alltägliche Gewalt in den USA.