Säntis

von Martin Walser

Regie: Alf Brustellin
WDR/BR/SWF 1978
83'55

Mit Joseph Bierbichler, Maria Singer, Hans Wyprächtiger, Franziska Walser, Edgar Selge, Heidy Forster u.a.

Liebesqual und künstlerische Inspiration. Sieben Jahre lang litt der berühmte und wohlhabende Schriftsteller Fritz Färber unter einer Schreibblockade. In diesen sieben Jahren war er glücklich mit der um vieles jüngeren Fotografin Gertrud liiert. Als diese ihn Hals über Kopf verlässt – ausgerechnet mit einem noch unbekannten, von ihm protegierten, jungen Autor – folgt eine Phase tiefsten emotionalen Schmerzes, aber auch eine Zeit intensiver literarischer Schaffenskraft. Der verlassene Autor engagiert den Privatdetektiv und Hochstapler Thassilo S. Grübel, der das junge Liebesglück seiner Ex-Geliebten beobachten und lückenlose Berichte abliefern soll. Grübel, dessen Honorar mit der Dauer seines Einsatzes steigt, verpackt seine Ermittlungsergebnisse in ausgefeilte Texte. In denen spielt der Berg Säntis – der in Sichtweite von Färbers Haus liegt – eine größere Rolle als die Rückkehrwilligkeit der abtrünnigen Freundin. Zunehmend rückt die Dringlichkeit der Zurückeroberung der Geliebten in den Hintergrund; von vornehmlicher Wichtigkeit ist nun die literarische Qualität von Färbers neuem Werk. Und als das Buch erscheint, erlebt Grübel eine merkwürdige Überraschung und das getrennte Paar keine gebührliche Wiedervereinigung.

Martin Walser, geb. 1927, deutscher Schriftsteller. 1949-57 Arbeit beim SDR als Reporter, Regisseur und Hörspielautor. Seit 1957 freier Schriftsteller. Auszeichnungen u.a. Büchner-Preis (1981), Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1998). Hörspiele u.a. "Ein grenzenloser Nachmittag" (BR 1958), "Nero läßt grüßen" (BR 1986), "Alexander und Annette" (SWF 1996).