Die Sammlung

von Anatolij Koroljow

Regie: Annette Kurth
Produktion: wdr 2007
Länge: ca. 54'

Der Moskauer Schriftsteller und Musikwissenschaftler Pavel ist verwundert: Er erhält die Einladung eines „Sammlers“, der vorgibt, alte Tonbandaufnahmen von Pavel zu besitzen. Pavel folgt der Einladung und sieht im Hause des anonymen Sammlers zahlreiche bedeutende Gegenstände und Dokumente. Allerdings liegen die wichtigsten Ikonen und Relikte der russischen Kulturgeschichte nur noch in Form von Asche und angekohlten Papierresten vor. Denn das größte Vergnügen bereitet dem Sammler die Vernichtung dieser Reliquien: „Gogols Schädel, Puschkins Briefe – das sind alles blinde Schüsse gegen die Wahrheit. Unsere Geschichte ist so schrecklich, dass es unmöglich ist, sie besser zu machen.“ Dieser Umgang mit dem kulturellen Erbe verunsichert Pavel noch stärker als die Nachricht, dass auch sein eigener Vater ein „Sammler“ war, im Auftrag Josef Stalins.

PAnatolij Koroljow, geboren 1949 in Swerdlowsk, gehörte dem Schriftstellerverband der UdSSR an und veröffentlichte Novellen, Romane, Theaterstücke und Hörspiele (u. a. „Die Revolverbräute“, wdr 1992). Seine Kolumnen und Kurzgeschichten zur aktuellen Lage der russischen Kultur erschienen in den vergangenen Jahren in zahlreichen deutschsprachigen Zeitungen. Anatolij Koroljow lebt seit 1980 in Moskau.