Septembergewitter

von Friedo Lampe
Komposition: Michael Riessler
Hörspielbearbeitung und Regie: Christiane Ohaus
RB/DLR Berlin/NDR 2003
50', 41'

Eine Ballonfahrt von 0snabrück nach England ist der Rahmen. Der Leser schaut durch ein Fernglas auf eine kleine Stadt: "Schwüler Spätsommernachmittag in der alten Stadt, üppig blühend, windstill und schwer, und schwelend auf seinem Grunde. Immer dichter wachsen die Gärten zusammen, immer höher wuchert das Gras, immer dumpfer wird die Luft im Laubendunkel."
Und dann tauchen sie nacheinander auf, die Personen des Geschehens, das sich dumpf-düster allmählich unter dem Einfluss eines heraufziehenden Gewitters vollzieht und unter dem Zeichen eines Verbrechens steht.

Die Handlung hat Lampe mit Bedacht um 1910 angesiedelt, das "goldene Zeitalter des Stillstandes", wie Stefan Zweig die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg nannte. Die moderne filmische Erzähltechnik des 1937 erschienenen Romans begünstigt eine Übertragung auch in andere Medien.

Mit Sylvester Groth, Günter Kütemeyer, Antje von der Ahe, Hannah Detken, Renato Grünig, Andreas Pietschmann, Fritz Fenne, Siemen Rühaak, Raiko Küster, Konstantin Graudus, Hinnerk Schönemann, Guido Gallmann u.v.a.

Friedo Lampe (1899–1945) gilt als der interessanteste Schriftsteller, den Bremen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Für Wolfgang Koeppen zählt seine dichterische Prosa „zum Bleibenden der deutschen Literatur“. Lampes Heimatstadt Bremen bildet in „Septembergewitter“ (1937), seinem zweiten Roman nach „Am Rande der Nacht“ (1933), erneut den erzählerischen Hintergrund.